Warum eBooks bisher ein Rückschritt sind
Geschrieben von andy • Dienstag, 2. Februar 2010 • Kategorie: AllgemeinesIch bin eine passionierte Leseratte und verschlinge im Schnitt 1 Buch pro Woche. Dabei wechsle ich zwischen Sach/Fachbüchern über Themengebiete die mich interessieren, Bücher die ich fürs Studium benötige und eben Bücher für die Entspannung, die dann meist aus der Kategorie Belletristik, Thriller, Fantasy oder Science Fiction kommen.
Aufgrund dessen muss ich leider sagen, dass die aktuelle Entwicklung am eBook Markt doch sehr enttäuschend ist.
Stichwort Preis. Als Kunde gehe ich davon aus, dass ein eBook vom Verlag wesentlich günstiger angeboten werden kann, als ein gedrucktes Werk. Man hat keine Kosten für Vordruck & Druck, kaum kosten für Nachbesserungen & Neuauflagen, keine Kosten für Papier, Lagerung, Transport - keine Zwischenhändler. Rechnet man sich das mal auf, so wäre ich mit einem 1/4-1/3 niedrigerem Preis für so ein eBook doch ganz glücklich.
Dem ist aber nicht so.
Für einen kleinen Vergleich ziehen wir mal ein paar Bücher zu Rate, welche auf der Amazon Produktseite des Kindle beworben werden.
| Titel | eBook Preis | Amazon Hardcover Preis | günstigster Neupreis |
| Dan Brown - The Lost Symbol | 13,79$ | 14,00$ | 11,49$ |
| Andre Agassi - Open | 13,79$ | 15,92$ | 14,25$ |
| Michael Crichton - Pirate Latitudes: A Novel (Kindle Edition) | 13,79$ | 14,00$ | 9,35$ | James Patterson - I, Alex Cross (Kindle Edition) | 13,79$ | 14,00$ | 8,44$ |
Fairerweise muss man den "günstigsten Neupreisen" noch sagen, dass diese von externen Anbietern sind und hier meist noch ein wenig Versandkosten addiert werden müssen.
Allerdings sieht man klar, dass eBooks nur marginal günstiger sind, als ein Hardcover. Und diese Angebote sind alle der Kindle Promo Seite entnommen, sollten also für den Leser besonders attraktiv sein und ihn zum Kauf ermutigen. Doch bei mir ist eher das Gegenteil der Fall.
Was das Hardcover indirekt noch günstiger macht, sind zwei wichtige Fakten:
- Widerverkauf: Ich kann das Buch wiederverkaufen, wenn auch nur für einen Bruchteil des Originalpreises, aber so 1/3 des Preises sind im Schnitt meist drin.
- Ausleihen: Ich kann ein gedrucktes Werk verleihen, damit Freunden und Familien eine Freude bereiten, was wiederum den Buchwert erhöht!
Ein eBook kann ich bis dato weder verleihen noch wiederverkaufen. Ich bezahle also den gesamten Preis für einen einzigen Lesevorgang.
Für mich deswegen ein klarer Rückschritt und ein klares Contra Argument gegen ein "modernes" eBook.
Wenn ich dann lese, dass man sich bei Apple beugen will und die hohen Preisvorderungen der Verlage (Druckwerk Preis=eBook Preis) im iTunes/iBook Store für das gehypte iPad erfüllen möchte, dann ist das ein weiterer Grund für mich so ein Gerät nicht zuzulegen.
Selbst die "Angebots" Preise bei Amazon sind meiner Meinung nach noch viel zu teuer - zumindest solange es die oben genannten Einschränkungen beim Verleih/Verkauf gibt.
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