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GGS Studienreise 2010: China – Business Relations and Beyond.

Nach der unvergesslichen Studienreise in die USA im letzten Jahr bot die GGS in diesem Jahr auch wieder eine Studienreise an.
Die Reise unter dem Motto “China – Business Relations and Beyond” führte über 75 Teilnehmer in die chinesischen Metropolen Peking, Shenyang und Shanghai und war wie auch im Jahr zuvor gespickt mit Vorlesungen, Firmenbesuchen und zahlreichen anderen kulturellen Höhepunkten, unter anderem einem Besuch der Weltaustellung Expo in Shanghai am Ende des Trips. Die Reise fand schon Mitte Mai statt, aber ich kam aufgrund von Zeitmangel erst jetzt dazu, den Bericht mal ins Reine zu schreiben und hier zu veröffentlichen.

Diejenigen, die nur die Bilder anschauen möchten, werden hier fündig.

Montag, 03. Mai 2010: Abflug von Frankfurt

Ein großer Teil der Reisegruppe (ca.60 Personen) nahm die von der GGS angebotene “Verlängerung” zu Beginn des Trips an und machte sich deshalb bereits am Montag nach Beijing auf, um vor der eigentlichen Studienreise noch die Highlights von Beijing zu erforschen. Wem der Name Bejing fremd vorkommt, damit ist Peking gemeint, denn Peking sagt man nur im Ausland. In China heisst das Beijing.
So flogen wir von Frankfurt aus mit der Lufthansa (LH 720) um 17.20 nach Beijing. Der Flieger war ein alter Jumbo ohne In-Seat Entertainment (ja sowas gibts noch bei der LH), aber ich kam endlich dazu den empfehlenswerten Film “Blind Side” mit Sandra Bullock anzuschauen.
Schlaf gabs wenig, denn die “Dunkelzeit” auf einem solchen Flug ist doch eher kurz.

Dienstag, 04. Mai 2010: Ankunft in Beijing

Um ungefähr 8.30 Ortszeit kamen wir am geräumigen Flughafen von Bejing an und wurden noch vor der Passkontrolle auf erhöhte Körpertemperatur geprüft. Der Transfer unseres Gepäcks erfolgte in Mini Vans, wir selbst wurden von 2 Reisebussen abgeholt, welche wohl nicht genug Stauraum für unser Gepäck hatten. Aufgrund des problematischen Verkehrs dauerte die Reise in die Innenstadt dann doch ein wenig und so waren wir sehr erleichtert, als wir endlich im Hotel River View Beijing ankamen (Bild).
Nach dem Bezug der Zimmer verabredete sich die kleine Splittergruppe unseres Kurses mba08lds zu einem kleinen Spaziergang im Viertel. Das Hotel lag direkt am Liangma River. Wir vertraten uns etwas die Füße, um unsere Müdigkeit ein wenig zu bekämpfen. In der Nähe des Hotels befanden sich außerdem einige Botschaften, unter anderem die der BRD, von Schweden und von Kanda.
Der erste Geldautomat war schnell gefunden (wurde von 2 Securities bewacht) und im nahegelegenen Supermarkt deckten wir uns sehr günstig mit Getränken ein. Ein Coke kostete 2 RMB (Renminbi Yuan), was zu diesem Zeitpunkt ca. 0,23€ entsprach.
Nebenan entdeckten wir ein unscheinbares Restaurant welches einen Mittagstisch anbot. Zufälligerweise betraten kurz vor uns 3 Europäer, die sich dann als Mitarbeiter der deutschen Botschaft entpuppten, das Lokal. Diese halfen uns natürlich prompt beim Bestellvorgang und so wurden wir 6 für günstige 95 RMB (~11 Euro] doch sehr satt.
Anschliessend gings zurück zum Treffpunkt am Hotel und auf zur ersten Stadtrundfahrt.
Die erste Station machten wir am Jingshan Park, einem künstlichen Kohlehügel, und hatten von dort aus einen schönen Ausblick auf die im Smog liegende Stadt und auf den Eingangsbereich der Verbotenen Stadt selbst. Die Fahrt ging weiter zum Platz des himmlischen Friedens (Tian’anmen place). Beim Eingang angekommen wurden ersmal die Taschen auf der Suche nach Waffen und Sprengstoffen durchleuchtet. Der Platz selbst ist einfach nur gigantisch groß. Am Hauptteil stehen zur Zeit zwei riesige TV Leinwände, auf denen das Land sich selbst beweiräuchert. Zudem verkehren auf dem Platz viele Fotografen mit Instant Print Ausrüstung und wollen erstklassige Shots von einem machen.Das Ende des Platzes bietet den Blick auf den mit einem Mao Bild geschmückten Eingangsbereich zur Verbotenen Stadt. Auf dem Platz selbst ist eine hohe Militärpräsenz und man wir ständig von zig Kameras überwacht.
Im Anschluss daran schauten wir uns noch den Beginn der Einkaufsstraße an bevor uns der Bus zurück ins Hotel brachte. Wie man auf diesem Foto sieht, steht man in China auch auf beflaggte Dächer.
Zum Abendessen waren wir mit Lisa verabredet, welche uns in ein formidables koreanisches BBQ Restaurant unweit des Olympia Geländes einlud (DANKE!). Die Grills waren hier im Tisch versenkt und wir wurden standesgemäß in einem abgetrennten Raum von einem Angestellten begrillt. Bei der Schnaps Bestellung haben wir uns allerdings übernommen, denn den bekommt man nicht im Glas, sondern gleich in der 2 Liter Flasche.
Abschliessend bestaunten wir noch das Olympiagelände selbst und stiefelten über den geräumigen Boulevard und schauten uns das Vogelnest, Water Cube und den TV Tower von außen an, bevor dann endgültig das Licht ausging und wir zurück ins Hotel fuhren.
Danke nochmal an Lisa für den unvergesslichen Abend! :)

Mittwoch 5. Mai 2010: Summer Palace, Verbotene Stadt und Peking Ente

Am nächsten Morgen stürmten wir erstmal das Frühstücksbuffet des Hotels – allerdings nur im Schichtbetrieb, da der Frühstücksraum nicht dafür ausgelegt ist, dass 60 Personen gleichzeitig frühstücken. Der Kaffee war aus dem letzten Jahrhundert, dafür war das frisch gemachte Omlette sehr lecker.
Im Anschluss an die Stärkung fuhr unsere Splittergruppe dankenderweise mit der Reisegruppe und deren Busse (wir hatten die Tour nicht aus Deutschland dazugebucht) zum Imperial Sommer Palace (UNESCO Weltkuturerbe, Bild).
Die Erkundung des Parks auf eigene Faust war sehr entspannt, auch wenn wir vielleicht die eine oder andere Insider Geschichte der Guides verpasst haben. Der Park leider leider fast komplett im Dunst und konnte seine wahre Pracht nur selten entfalten. Dafür entstanden dann hier und da malerische Fotos.
Mit einem Boot überquerten wir dann den See. Hier konnte man es damals definitv aushalten. Einige Schulklassen waren an diesem Tag auch auf dem Gelände unterwegs.
Mit einem Taxi Abzocker fuhren wir dann von dort aus zur verbotenen Stadt. Eine sehr imposante Anlage, für deren Detailerkundung man sicherlich einen ganzen Tag einplanen kann.
Nach dem kulturellen Teil stärkten wir uns erstmal beim nahegelegenen Starbucks und chillten ein wenig auf dessen Dachterasse. In der Einkauffstraße wurden dann die ersten Souvenirs gekauft, natürlich edle Esstäbchen und auch welche mit dem entsprechenden Tierkreiszeichen für das Geburtsjahr.
Thomas kaufte zudem viele örtliche Leckereien bei den Straßenverkäufern und wur durften alle probieren ;)
Abends fuhren wir mit Taxen zu einem populären Restaurant welches sich auf Peking Ente spezialisiert hat: Das Beijing Da Dong Peking Duck Restaurant. Trotz Reservierung mussten wir erstmal im Eingangsbereich warten, was aber kein Problem war, denn zusätzlich zu den ganzen Bildern und Unterschriften prominenter Gäste konnte man dort schon kostenlosen Wein und andere Getränke genießen. Die Ente selbst wurde unweit des Tisches zubreitet und war wirklich sehr lecker. Wir machten allerdings den Fehler, Reis zu bestellen, denn erst später erfuhren wir, dass “Reis ja nur die Armen essen”.

Zum Abschluss des Abends rockten wir das VICS, einen eher gehobenen Club in Beijing. Getränkepreise waren hier auf jeden Fall auf europäischem Niveau, auch die Vodkaflaschen. Zudem wimmelte es von Securities, die einen höflich baten, seine Getränke nicht über das Geländer des 1. Stockes zu halten, denn es könnte ja nach unten fallen. In Deutschland hätte kein einziger Club das Geld für solches Personal, von daher war es mal eine neue Erfahrung. Auch der Getränkedienst schenkte aus unserer Flasche ständig unsere Gläser nach, was man auch nicht gewohnt ist.

Donnerstag 6. Mai 2010: Mauerwanderung von Jinshanling nach Simatai

An diesem Tag bereute doch so mancher die kurze Nacht und den Alkoholkonsum des “Vortages”. Nach einer Busfahrt von ca. 100km erreichten wir den Mauerbereich bei Jinshanling, verliessen die Busse und machten uns auf die 10 km Strecke nach Simatai.
Kurz nach Erreichen der Mauer gab es schon die erste Verletzte, die dann auch nicht weiterwandern konnte. Das verzögerte die Wanderung etwas und zog das ganze Feld weit auseinander. Die Wanderung stellte sich bei den Temperaturen schnell als sportichen Event, für manche sogar als Gewaltmarsch heraus.
Die Gegend darum ist unbeschreiblich und die Mauer selbst ist sehr beeindruckend! In keiner Richtung kann man das Ende ausmachen…Die Tour kann man nur empfehlen, man sollte aber die 10km Tour nicht unterschätzen und dafür 4-5 Stunden Zeit einplanen, wenn nicht sogar mehr. Anfangs war die Mauer noch in gutem Zustand, manche Teile waren dann später komplett zerfallen und bestanden teilweise nur noch aus Geröll. Die steilen Auf und Abstiege verbunden dem brennenden Planeten machten das Ganze dann nicht gerade leuchter.
Am Ende waren dann alle froh, als wir die Hängebrücke erreichten, welche uns zum letzten Abschnitt brachte. Viele gönnten sich zur Belohnung eine Fahrt mit der sicherlich nicht TÜV geprüften Seilbahn, die zwar kurz aber trotzdem spaßig war.
Cindy hat zudem die teuersten Essstäbchen der Welt erstanden, da sie auf den steilen Abschnittenvon einer hilfsbereiten Chinesin gestätzt wurde, welcher sie als Dank dann ein paar Stäbchen abkaufte. Damit untersützte sie sicherlich die Dame und ihre 20 köpfige Familie für den Rest des Monats ;)

Nach der Rückfahrt ins Hotel entschieden wir uns für ein lokales Hotpot Restaurant (Bild), welches uns von einem Kommilitonnen empfohlen wurde. Der Taxifahrer, der wie in China scheinbar üblich kein englisch verstand, musste dann auch erst zweimal mit dem Restaurant Rücksprache halten, um das angepeilte Ziel zu finden. Übrigens empfiehlt es sich bei Taxifahrten, sich das Fahrtziel vom Hotelpersonal auf Englisch und Chinesisch auf eine Karte schreiben zu lassen, am Besten noch mit Telefonnummer.
Von den Angestellten im Restaurant sprach ebenfalls keiner Englisch, was uns aber erstmal nicht abschrecken konnte. Thomas wurde von den Angestellten in die Küche geführt, da man wohl dachte, er könne das mit dem Fingerzeug bestellen. Schlussendlich musste wieder unsere China Connection Lisa einspringen, welche ursprünglich nur die Bestellung übers Telefon hätte machen können, sich dann aber kurzerhand noch entschloss, bei uns vorbeizuschaun.
Am Ende bezahlten wir dann günstige 20€ für eine mehr als üppige Mahlzeit .
Zum Ende des Abends gönnten wir uns noch eine 1,5 Stunden andauernde Fußreflexzonen Massage, damit sich die Zonen nach der Wanderung auch wieder entspannen konnten :)


Freitag, 7. Mai 2010: Weiterflug nach Shenyang, BMW Brilliance

Nach dem Checkout fuhren wir zurück zum Flughafen und trafen dort den 15 köpfigen Rest der Reisegruppe, der gerade erst aus Deutschland angereist war. Mit Air China flogen wir weiter nach Shenyang.
Nach der Ankunft wurden wir dort erstmal von einem GGS Banner begrüßt – Eindrucksvoll!
Die Hinfahrt zum Hotel in der Stadtmitte gestaltete sich diesmal etwas schwieriger. Scheinbar war die Autobahn aufgrund der Ankuft eines Parteifunktionärs gesperrt. Sind dann durch die etwas dreckive Vorstadt gefahren, aber solche Flecken gibt’s in China eben auch.
Zwei sehr nette chinesiche Studeninnen begleiteten unseren Bus uns brachten uns ihre Heimat näher. Sie waren sehr witzig und sangen uns auch das eine oder andere Lied. Und übrigens, “Taiwan is ours, ah, Mongolia, too… ;)
Um ungefähr 15 Uhr sind wir dann bei BMW Brilliance angekommen, dem chinesischen Joint Venture von BMW und Brilliance. Die knappe Betriebsbesichtigung, durchgeführt im schicken Blaumann, hat uns verwöhnte Autobauer natürlich nicht so vom Hocker gerissen. Da wir in 2 Gruppen aufgeteilt wurden die jeweils andere Gruppe immer eine Zeitlang warten. Eine Firmenpräsentation gabs leider ebensowenig. In China ist eben noch lange nicht alles perfekt.
Nach dem Abschluss des BMW Brilliance Besuchs brachten uns die Busse in unser Hotel für Shenyang, dem schicken Traders Hotel Shenyang.
Bei der Ankunft gönnten uns aber erstmal – ganz business mässig – ein lokales Bier in der Lobby hatten wir uns schliesslich verdient.
Am Abend dinnierten wir im Ballsall des Hotels – glücklicherweise gesellten sich unsere beiden local guides an unseren Tisch und erklärten uns jede Platte auf dem Tisch bis ins Detail. Natürlich hätten sie sich manches sparen können, aber es dennoch sehr lecker. Auch hier machten wir allerdings wieder den Fehler Reis zu bestellen.
Den Rest des Abends verbrachten wir im Club 97 bei diversen Cocktails und Bier. Auffällig waren dort einige scheinbar Neureichen Einheimischen, die auf ihrem Platz wohl eine Essensschlacht durchgeführt haben. Dazu kam noch ein einheimisches Päärchen, welches sich eine Flasche Jacky mitsamt Cola, 2 Cocktails und eine Batterie Bier als Sichtschutz bestellte, davon aber kaum was anrührte, zahlte und wieder verschwand.

Samstag, 8. Mai 2010: University Day in Shenyang

Nachdem Frühstück erfolgte sogleich der Transfer zur Shenyang Normal University (Bild). Nach der lustigen Inszenierung eines Welcome Fotos mit uns, der Belegschaft und vielen (ausgwählten?) Studentinnen wurden wir bei einer zweisprachig moderierten Welcome Speech des Präsidenten der Universität in der doch sehr großen Aula begrüßt.
Wir saßen jeweils im Publikum immer abwechselnd mit chinesischen Studenten, so dass ein reger Austausch stattfand. Einige Studenten nutzten unsere Anwesentheit auch, um kritischere Fragen zu stellen – beispielsweise der “Google und Zensur” Thematik in China – diese wurden nur sporadisch beantwortet. Meine Nebensitzerin war beispielsweise der Meinung, dass sich Google auf Geheiß seiner Regierung aus dem chinesischen Markt zurückzieht, da ja Toyota, als in China prodzudierender Automobilhersteller, bei seinen Autos Mist gebaut hat (Getriebe Rückrufaktion) und das nun die darauffolgende Retourkutsche wäre. Sie meinte auch, dass Google ja eh vom Staat gelenkt wird. Meine Versuche die Situation ein wenig aufzuklären waren leider sinnlos.
Auf die Begrüßung folgten Speeches zu den Themen “Doing Business in China: Regulatary Framework” und “Renewable Energies”.
Anschliessend führte man uns über den Campus der Uni und wir durften uns in der Bibliothek ein wenig genauer umschauen. Darunter fanden sich auch Bücher, die scheinbar von Reisenden vergessen wurden. Anders kann ich mir dieses Star Tek Buch im Schrank einer Uni nicht erklären. Englisch sprachige Management Bücher befanden sich allerdings in einem verschlossenen Schrank….
Zum Abschluss lauschten wir einem weiteren Vortrag zum Thema: “Business Development in the Province Liaoning”. Wr erfuhren hier beispielsweise, was man mit den Fördergelder der Regierung und aus Europa so alles anstellt und welche Projekte man in der Zukunft plant.

Zum späten Nachmittag fuhren wir in ein größeres Lokal zum Campus Dinner mit Musik und Karaoke Einlagen der Studenten. Die Studenten konnten richtig gut singen und boten englischsprachige Klassiker auf hohem re-re Call Niveau dar! Wir mussten uns natürlich revanchieren und ein Teil unserer Gruppe traute sich tatsächlich “Country roads” zu trällern – Hut ab! :)
Nach all den Anstrengungen gönnten wir uns dann eine Massage, die diesmal etwas Umfagreicher ausfiel. Das Ganze war sehr lustig, da uns dort keiner verstand und wir auch niemanden. Zudem wurde ich (Maschine) von der einzigen Frau (klein & zierlich) massiert, was für sie sichtlich sehr anstrengend war und trotz der Sprachbarriere für alle anderen Anwesenden im Raum sehr lustig war…

Sonntag, 9. Mai 2010: Shenyang City Tour

Am Morgen des Sonntags fuhren wir mit den local Guides in die Stadt für eine Besichtigung einer Tempelanlage und der örtlichen verbotenen Stadt.
Vor der Fabrikbesichtigung der Holiland Cake Factory stärkten wir uns beim Barbeque auf der der Adventure-Pferde Ranch des Gründers der Holiland Cake Factory. Die Toiletten waren natürlich auch auf Adventure Standard. Das Essen war sehr lecker und wenns nicht so kalt + windig gewesen wäre, dann hätten wir es dort sicherlich noch länger ausgehalten.
Anschliessend gings zur Fabrikbesichtigung von Holiland. Hier wohnen die Arbeiter auf dem Fabrikgelände, nächtigen in Stockbetten und haben zum Freizeitausgleich ein paar heruntergekommene Sportgeräte – mehr nicht. Das hat dann doch eher die Vorstellungen vom ländlicheren China erfüllt. In der Fabrik selbst war leider nicht viel los, da die dort hergestellten Saisonprodukte zu der Zeit eben keine Season hattan. Vieles läuft allerdings noch manuell und die meiste Arbeiterkonzentration gabs in der Verpackungsabteilung.
Nach der Führung hielt der General Manager eine Präsentation auf chinesisch, selbstverständlich auch mit chinesischen Folien. Unsere Begleiterin übersetzte das Ganze dann, aber das half leider trotzdem wenig.
Zum Abschluss erhielten wir noch ein Geschenk, welches wir am 16.06.2010 kochen und essen sollen.
Auf der Rückfahrt zum Hotel gabs eine tränenreiche Verabschiedung unserer Guides, die uns mit selbstgebastelten Origami Geschenken überraschten.
Im Hotel selbst holten wir noch Zurückgelassene, Kranke und unser Gepäck ab und machten uns auf zum Flughafen. Da wir schon sehr spät dran waren, entschied sich der Busfahrer zu teils James Bond mässigen Überholmanövern und Gewegsüberquerungen, um uns noch rechzeitig abzuliefern – Taxi, Taxi!
Der 2 stündige Abendflug nach Shanghai (China Eastern Airlies MU 5604) verging wie im Flug und der Transfer zum etwas ausserhalb gelegenen Radisson Hotel (sehr schick) verlief ohne Probleme.
Da Eric und ich ein schwarzes Loch im Bauch hatten, bestellten wir uns erstmal eine Pizza beim Zimmerservice. Dauerte dann leider nur ne Stunde, bis die auch endlich fertig gebacken war ;)

Montag, 10. Mai 2010: Tongji University

Nach dem sehr guten Frühstück um 9 Uhr im Hotel fuhren wir zum Siping Campus der Tongji University.
Dort wurden wir von Prof. Dr. Max v. Zedwitz (Harvard Prof) begrüßt und er präsentierte uns die Herausforderung von “Managing Innovation in China”
Anschliessend hielt Prof. Dr. Weijun Zhang einen Vortrag zu dem für viele interessanten Thema “Managing IP in China”. Bei zweiterem Vortrag sorgte der Umstand für Erheiterung, dass ein Windows Popup mit der Meldung “You are using an unauthorized copy of Windows” den Vortrag unterbrach…. ;)
Nach einem kleinen Mittagessen wurden wir von chinesischen Studenten über den schicken Campus geführt. Da wir nur kleine Gruppe mit ca. 5-6 Personen waren herrschte ein reger Austausch. Unsere Gruppe war für unseren weiblichen und weltoffenen Guide besonders interessant, da Sie seit 2 Jahren französisch lernt und sich unter uns 2 waschechte Franzosen befanden.
Im Anschluss an die Campus Tour war unser Tongji Besuch auch leider schon zu Ende und die Busse brachen zum 1 stündigen Transfer zum Siemens Medical Park.
Leider hat dort jemand Mist gebaut und man war auf unseren Besuch nicht vorbereitet. Dementsprechend spärlich viel dann die Führung über den Campus und die Produktvorstellung aus, für die wir vorher in zwei Gruppen aufgeteilt wurden.
Danach hat der Marketing Chef – ein Expat aus Deutschland – das Ruder jedoch noch rumgerissen und einen sehr offenen, improvisierten und lehrreichen Vortrag gehalten. Er versuchte jede Frage zu beantworten und verheimlichte uns erzählte uns auch von den täglichen beruflichen und privaten Herausforderungen. Auch interessant war die Geschichte, wie seine Tochter in China auf die Welt kam und dass man dort beispielweise Krankenhausgebühren für eine Geburt bezahlt – je mehr, desto besser ist die Behandlung und das Umfeld im Hospital.
Um ungefähr 18 Uhr gings mit den Bussen zurück in die Innensadt ins Restaurant “South Beauty” im 10. Stock eines Einkaufscenters. Es verwöhnte uns zunächst mit einem grandiosen Blick auf den Huangpu Fluss und den Bund von Shanghai (Bild).
Bevor wir zum Essen greifen durchten, folgten alle der sehr interessanten Dinner Speech von Carl Cheng (Bild), einem Partner der Freshfields Bruckhaus Deringer international operierender Anwaltskanzlei welche Firmen bei ihrem Versuch, eine Tochter ode Geschäft in China zu eröffnen unterstützt und berät.
Der offizielle Teil des Tages war nun abgeschlossen und unsere kleine Reisegruppe machte sich auf zum Shanghai World Financial Center. Genauer gesagt in dessen 97. Stock, wo sich die Hotelbar des dortigen Hyatt Hotels befand. Bei Livemusik und einer grandiose Aussicht über die Stadt gepaart mit ein paar leckeren Cocktails zu europäischen Preise liessen wir den Tag entspannt ausklingen, bevor wir uns auf einen letzten Abstecher im Blue Frog aufmachten.

Dienstag, 11. Mai 2010: Shanghai City Tour und EXPO Abendbesuch

Der Morgen begann um 9 Uhr mit einer entspannten Stadtbesichtigung in Shanghai. Er erste Halt war eine Tempelanlage mitten in der Stadt. Hier wurde auch noch gebetet und man lies sich dort von den Touristen und Gaffern nicht stören.
Der Yu-Garden ist eine Parkanlage mitten in der Stadt, in der eine untypische Ruhe herrscht. Zudem kann man den Übergang von Altertum und Moderne betrachten.
Nach einer kleinen Shoppingrunde (IPhone Fake Bild) trafen wir uns zum Mittagessen mit Julia Günsten von Baden-Württemberg International in Nanjing. BWI unterstüzt KMUs aus BW, welche in China Geschäfte machen wollen. Das reicht von einem Büro und 1/3 Arbeitskräften bis zur Vermittlung von Lagerhallen und Fabriken. Der Vortrag war sehr interessant!
Für den Nachmittag mussten wir uns Aufgrund der Größe unserer Gruppe in zwei Splittergruppen teilen:
Gruppe 1 ging zu VW, Gruppe 2 machte sich zu Kolbenschmidt Shanghai Pistons auf.
Aufgrund familierer Verbundenheit und privatem Interesse entschied ich mich für die Kolbenschmidt Besichtigung.
Der dortige General Manager und sein deutscher Produktionsleiter führten uns in einer Firmenpräsentation eindrucksvolle Zahlen zur Produktion und der hohen Qualität vor (manche Produkte produziert man hier auch in einer besseren Qualität als in Deutschland). Die einzige automatische Produktionsanlage ist scheinbar nur ein Prestige Objekt – Geld verdient man nur mit den manuellen Anlagen (In der Giesserei wird auch noch händisch gegossen). Wir durften durch die komplette Produktion lauffen und der General Manager beantwortete offen und ehrlich alle Fragen die wir hatten, wie beispielsweise nach dem Verdienst und der reelen Arbeitszeit seiner Mitarbeiter.
Vor über 10 Jahren bekam KS das Land vom chinesischen Staat und muss das nun räumen, d.h. die Firma zieht bald in ein neues Gebäude außerhalb um – muss sie auch, da sie sich Aufgrund der hohen inländischen Nachfrage mehr als verdoppelt.

Wieder zurück im Hotel machten wir uns frisch für den EXPO Abend. Am großen Eingansbereich wurden wir abermals durchleuchtet – ging aber sehr schnell, da wir fast alleine dort waren. Auf dem Gelände stärkten wir uns erstmal mit semi-westlichem Essen und Bier am australischen Pavillon und gönnten ein paar Donuts.
Nach einer kleinen Wartezeit von ca 15. Minuten besuchten wir den grandioser Pavillon der Vereinigten Arabischen Emirate. Sehr eindrucksvoll und schön präsentierte man hier die Geschichte und Historie der VAE (Vom Perlentaucher zum Öl Multi (Ich muss da mal hin! ). Der Pavillon von Nepal war dagegen nicht halb so spektakülär und machte auch irgendwie einen halbfertigen Eindruck. Beim anschliessenden Spaziergang über den EXPO Boulevard erhaschten wir die ersten Blicke auf die schön beleuchteten euroäpäischen Pavillons (Polen, Spanien, Deutschland, Monaco, Serbien), die leider schon zum Großteil geschlossen waren. Nach einem weiteren Bier gepaart mit Live Musik am australischen Pavillon war der Abend Besuch auch schon zu Ende.
Ein Teil verabschiedete sich ins Hotel, wir machten uns zur Bar Rouge auf. Die Bar war zum Großteil von internatinalen Gästen bevölkert und wir hatten viel Spaß und feierten mit einem superben Ausblick auf die Skyline von Shanghai.

Mittwoch, 12. Mai 2010: EXPO und Abschied Teil 1

Der Großteil unserer Reisegruppe fliegt heute abend schon in die Heimat – unsere kleine Gruppe und einige Anderen hatten jedoch beschlossen, noch einen weiteren Tag in der Metropole Shanghai zu verbingen. Deshalb schliefen wir das erste mal ein wenig länger, da wir beschlossen hatten etwas später zur EXPO zu gehen, da wir keine Lust auf den “geplanten Termin” im chinesischen Pavillon hatten. Die Erholung war auch bitter nötig, denn Körper und Geist hatten in den letzten Tagen doch sehr viel Anstrengungen über sich ergehen lassen. Nach einem gediegenen Frühstück badeteten wir im Hotel Pool und weckten anschliessend einen Nachzügler, den wir in Bademäntel vermummt erschreckten. Der Arme war so fertig, dass er dachte es wäre noch am Morgen ;) .
Auf der EXPO angekommen hatten wir gleich Glück und warteten am kanadischen Pavillon nur 15 Minuten am Einlassbereich. Der Pavillon selbst war genial und wir führten auch ein längeres Gespräch mit einem kanadischen Pavillon Guide, der froh war endlich mal mehr als ein paar Broken englisch zu sprechen. Er ist die komplette Zeit der Expo vor Ort, mit 60 anderen Kollegen und Kolleginen. Natürlich liessen wir es uns nicht entgehen, auf den E-Bikes zu kurbeln – je schneller man kurbelte, desto schneller lief der Film vor einem ab. Auch die Licht und Wasserspiele waren sehr imposant. Der Mounty, sicherlich eines der am meisten fotografierten Motive auf der EXPO, freute sich, dass ihn jemand auf französisch begrüsste und lächtelte auf unserem Bild umso mehr.
Am deutschen Pavillon war selbst die Wartezeit für Rollstuhlfahrer bei 2,5 Stunden, über die Wartezeit in der normalen Schlange konnte man uns keine Auskunft mehr geben. Auch die Erwähnung unseres deutschen Reisepasses half beim Standpersonal leider nicht weiter ;)
Bei den USA war auch ein großer Andrang – Nachfragen beim Standpersonal, welches das Interieur noch nicht gesehen hat und zudem meinte, es würde sich sicherlich nicht lohnen überzeugten uns schliesslich, weiter zu ziehen.
So entschlossen wir uns, noch einige andere und weniger frequentierte Pavillons zu besuchen anstatt den Tag mit Warten zu verbingen: Wir schauten uns den Africa Pavvilon, den von Argentienen, Brasilien und die Halle der Karibikstaaten an.
Als Fazit der EXPO kann man nur sagen: Beeindruckend, was die Staaten dort so auf die Beine Stellen: zumindest die, die es sich leisten können. Negativ erwähnen möchte ich die “EXPO Reisepässe”, die man auf dem Gelände bekommen kann. An jedem Pavillon Ausgang konnte man sich diese Abstempeln lassen, als Beweis wieviele und welche “Staaten” man alle besucht hat. Das artet teilweise leider derart aus, dass man sich gar nicht für den Pavillon und die eigentliche Ausstellung interessiert. Besonders deutlich wurde das in den Pavillons, in denen man verschiedene Zellen durchläuft, ein Video für alle läuft und man erstmal warten muss, bevor der Ausgang in den nächsten Bereich geöffnet wird. Hier waren viele Besucher dann doch genervt, da sich eigentlich nur den “Stempel” im Pass haben wollten….Gabs sowas in Hannover damals auch? Ich hoffe nicht, denn das zerstört irgendwie den Sinn und Zweck einer solchen Ausstellung.
Gegen Abend verabschiedeten wir den Rest der Gruppe am Jin Mao Tower (Bild). Mit Daniel und Eric machte ich mich auf zur gegenwärtig höchsten Aussichtsplattform der Welt, dem Sky Walk des Shanghai World Financial Center in dessen 100. Stock in 474 Metern Höhe.
Im Boden der Aussichsplattform befinden sich Glasplatten bei deren Überquerung ich ein sehr mulmiges Gefühl in der Magengegend hatte. Der kleine Ausflug hat sich sehr gelohnt, denn die Aussicht auf die Stadt ist unbeschreiblich und atemberaubend (Beweisfoto gibts hier und da).
Ein Taxi brachte uns anschliessend auf die andere Seite und wir schlenderten am Bund entlang und schossen ein paar geniale Fotos der Skyline von Shanghai. Fürs letzte Abendessen gönnten wir uns was richtig exklusives, einer Mahlzeit in dem Restaurant M on the Bund. Das Restaurant befindet sich im gleichen Gebäude wie auch die Bar Rouge, die Adresse ist Bund 18, 1 Zhangshan Dong Yi Road.
Nach ein paar Absackern in der Bar Rouge fuhren wir zurück ins Hotel.

Donnerstag, 13. Mai 2010: letzter Tag in der Stadt, Transrapidfahrt bei 431 km/h

Der letzte Tag began mit einem gemütlichen Frühstück der Restgruppe. Unser Gepäck liessen wir im Hotel, dennoch wurde es vom Portier bei Abnahme nach Sprengstoffen und anderem durchsucht – zu Expo Zeiten ist man vorsichtig. Mit der neuen U Bahn Linie fuhren wir zum Peoples Square und trafen Stefan, einen weiteren Aufenthaltsverlängerer :) . Wir schlenderten gemütlich durch die Stadt und ihre Gassen, schossen ein paar total crazy pics und machten uns auf dem Weg zum französischen Viertel.
Die merkwürdigste Mahlzeit erhielten wir dann schliesslich am letzten Tag. Die Bedienung konnte einigermaßen englisch und kam aus ihrem Dauergrinsen nicht mehr heraus. Zuerst meinte sie, unsere Mahlzeit dauert 20-25 Minuten, nach 5 Minuten brachte sie dann aber schon für jeden etwas essbares. Ob es das war, was wir bestellt hatten, konnten wir nicht identifizieren – klarer kulinarischer Tiefpunkt der Reise.
Im Anschluss schlenderten wir durch kleine Gassen und schauten uns diverse Kriechtiere und Schlangen an, die man an Verkaufsständen erwerben konnte. Der Kontrast zwischen mittelalterlichen Schreinereien und Wäschereien neben modernen Autoverleihern war auch interessant.
Mit der UBahn fuhren wir weiter zum Transrapid Terminal. Wir hätten zwar auch abends damit zum Flughafen fahren können, allerdings fährt die Magnetschwebebahn Shanghai Maglev Train abends und morgens “nur” 300 km/h. Nur zu gewissen Zeiten tagsüber erreicht sie ihre Spitzengeschwindigkeit von 431 km/h und das wollten wir uns dann nicht entgehen lassen. Die Fahrt zum 30km Flughafen Pudong dauert dann etwas über 7 Minuten, wobei die Höchstgeschwindigkeit von 431 km/h nur knapp eine Minute gehalten wird.
Nach der Rückfahrt vom Flughafen zur Haltestelle machten wir uns auf zurück zum Hotel. Nach einer erfrischenden Dusche aßen wir noch eine Kleinigkeit im Hotel, bevor wir von einem Transferbus zum Flughafen gebracht wurden.
Der Flug mit LH 727 von Shanghai Pudong nach München war entspannt und bot ein gutes Entertainment Programm. Am frühen Freitag morgen erreichten wir München und hatten och etwas Aufenthalt, bevor es mit LH1364 zurück nach Stuttgart ging. Dank der Wartezeit und Cindy kenne ich nun die Geschichte hinter I’m fucking Matt Damon :) . Und da wir es so wollten, gings dann Freitag mittag gleich mit der Vorlesung weiter…

Fazit: Auch wenn eine solche Reise kräfteraubend und alles andere als erholsam ist, so lohnt sie sich doch immer wieder. Es war nicht wie erwartet und ganz anders als die Reise im letzten Jahr in die Staaten aber dennoch eine sehr eindrucksvolle Studienreise mit vielen Einblicken in die chinesische Kultur und Wirtschaft.

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GGS Seminar zum Thema Konfliktmanagement

An der German Graduate School of Management and Law gibt es für Studenten und Alumni die Möglichkeit, an einem General Context Programme kostenlos teilzunehmen, bei dem ganz grundsätzliche Themen rund um Management erläutert und diskutiert werden.
Diese Gelegenheit habe ich nun endlich ergriffen und an einem Seminar zum Thema Konfliktmanagement teilgenommen.

  • neu gelernt habe ich den Ausdruck „Management by Dezibel“, den kannte ich bisher nur aus persönlicher Erfahrung, nicht aber mit dieser Definition
  • Überraschende Verteilung der Bedeutung und Wirkung auf einen Gesprächspartner bei einem Mitarbeiter/Konfliktgespräch:
    1. 7% der Inhalt des Gesprächs
    2. 38% die Stimme/Sprache
    3. 55% Gestik/Mimik
  • Frauen geben im Schnitt 7000-8000 Wörter pro Tag von sich, Männer nur 2000-3000
  • Frauen senden zudem ca. 25.000 verbale und nonverbale Signale pro Tag aus, Männer hingegen nur 8000-10000
  • Bei einem Personalauswahlgespräch sind meist die ersten 10-12 Sekunden des Gesprächs entscheidend
  • Konflikte entstehen meist erst, wenn ein Problem nicht gelöst wird. Das Problem entwickelt sich zum Konflikt.
  • Es gibt 4 verschiedene Arten von Konflikten:
    1. Sachkonflikte
    2. Beziehungskonflikte
    3. Innere Konflikte
    4. Wertekonflikte
  • Beispiel: Der Einkaufschef und der QM Manager haben sich in den Haaren, da ihre Ziele kontrovers sind. Der Einkäufer soll die Einkaufspreise um 8% drücken, der QM Manager aber die Qualität um 3 Punkte steigern. Das Qualitätsbelangen des QM Managers ist dem Einkäufer egal, hauptsache er löst seine Ziele.
    Die beiden haben einen Beziehungskonflikt, der auf einem Sachkonflikt aufbaut. Meist muss man beim Beziehungskonflikt erst Toleranz schaffen (keine Akzeptanz) um den Sachkonflikt zu lösen.
  • Intervention bei Konflikten:
    1. Innere Konflikte löst man durch Entscheidungen und Konsequenzen. Bsp.: Love it, change it or leave it
    2. Sachkonflikte löst man durch Festlegen von Zahlen, Daten
      und Fakten
    3. Beziehungskonflikte werden durch Regeln gelöst. Bsp: in Gesprächen ausreden lassen, nicht zu spät kommen zu Meetings
    4. Wertekonflikte löst man durch Toleranz (keine Akzeptanz) Bsp: Leben und leben lassen, Job Rotation,..
  • Für die Konfliktparteien ist es immer von Vorteil, wenn sie bereits mit Lösungsvorschlägen zum Entscheider kommen, es festigt ihre Verhandlungsposition
  • Viele Firmen geben an, Management by Objective zu betreiben, leben es in Wirklichkeit aber gar nicht
  • Ziele sollten im Leitungszirkel erarbeitet werden und nicht Face to Face, ohne nötige Transparenz (siehe oben Beispiel Einkäufer gegen QM Manager)
  • zu 70% werden unrealistische Ziele gesetzt, um Druck auszuüben. Es werden höhere Ziele angesetzt, als man eigentlich erreichen möchte. Bei solchen unrealistischen Zielen sind Konflikte und Probleme vorprogrammiert
  • Unternehmenskultur sollte nicht nur auf dem Blatt Papier existieren, sie muss gelebt werden, vor allem von Oben nach Unten.
  • Zitat „Manche Probleme lassen sich nur biologisch lösen“
  • Viele Fragen werden heutzutage auf der falschen Ebene erörtert
  • Vielen Führungskräften fehlt die Kritikfähigkeit
  • Menschen denken, sie haben einen Beziehungskonflikt. Allerdings gehören dazu immer mindestens 2. Wenn der Beziehungskonflikt nicht kommuniziert wird, dann leiden sie an einem Inneren Konflikt
  • Wenn man 15 Jahre mit einem Problem leben kann, dann ist das „Problem“ kein wirkliches Problem
  • Redet man über Probleme, entstehen neue Probleme
  • Redet man über Lösungen, so schafft man Platz für noch mehr Lösungen
  • Vorstellung und Diskussion über die Teamentwicklungsuhr.
  • Die Nahkampfphase muss durchlebt werden. Sie nachzuholen ist meist schlecht, unproduktiv und dauert viel länger, als wenn sie von vornherein eingeplant wurde
  • Ein guter Vorgesetzter führt sein Team methodisch durch die Nahkampfphase
  • Toleranz ist ein allgemeines Problem in der deutschen Kultur
  • Der Vorgesetzte muss deshalb Toleranz vorleben
  • Konflikte lassen sich oft vermeiden, wenn man Handlungen nicht gleich wertet, sondern erstmal toleriert.

Als interessante Übung zum Thema Selbstbild/Fremdbild haben wir Formulare zur Betriebspädagogik ausgefüllt. Zuerst schätzt man sich selbst ein, und lässt dies dann andere erledigen. Das funktioniert natürlich nicht so gut, wenn man es mit dem Partner oder langjährigen Freund macht (auch wenn das zu interessanten Ergebnissen führen kann). Am besten sollte man sich nur von einigen wenigen Gesprächen kennen und den Gegenüber anhand von Gestik, Mimik, Sprache uvm. Einschätzen.

Zum Schluss gabs noch eine Empfehlung an den Caveman „Die Theateroffenbarung für alle, die eine Beziehung führen, führten oder führen wollen!“

Ich finde hier passt auch ein Zitat ganz gut, welches bei uns zu Hause an der Wand hängt:

"Gib mir Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; gib
mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich zu ändern vermag, und gib mir die
Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden." -  Friedrich Christoph Oetinger

Im Kreis von 10 Teilnehmern war dieser Workshop sehr lehrreich und interessant, und ich werde versuchen in Zukunft an mehr solchen Seminaren teilzunehmen. Vielen Dank auch an den Seminarleiter, Martin Daiber.

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Viraler Spot der German Graduate School

Vor einiger Zeit hatte ich schon über die Namensänderung der Heilbronn Business School zur German Graduate School of Management and Law und unserer einmaligen Studienreise in die USA berichtet.
Nun startet die GGS mit neuen Image Kampagnen, mit dabei ein viraler Spot der die heutzutage vorherrschende Meeting Kultur (Buzzwords & Phrasen Drescherei) ein wenig aufs Korn nimmt. Der Spot ist gut gelungen, auch wenn ich ihn jetzt nicht so super witzig finde, “More brain – less pain” kommt rüber. Zudem finde ich gut, dass die GGS auch Dinge umsetzt, die sie lehrt. Da gehört “virales Marketing” auch dazu!

Hier der Spot:

Interessant ist in diesem Kontext auch noch ein Interview mit Prof. Dirk Zupancic, Geschäftsführer der GGS, über den Sinn und Zweck dieser Marketing Maßnahme:

…Das Viral-Marketing wird natürlich nur als Ergänzung zum klassischen Marketing eingesetzt. Nur auf Virals zu setzen, wird nicht funktionieren….
…Eine Variante mit deutschem Abspann wird ab 10. September in vielen Kinos in Heilbronn, Neckarsulm und Stuttgart zu sehen sein….

Frage: Umgesetzt wurde der Werbefilm von der Filmproduktionsfirma Image Productions L.A. in Los Angeles. Das hört sich teuer an.

Die Kosten, die wir für die Produktion der beiden Spots gezahlt haben, sind wirklich im Rahmen. Sie sind ungefähr so hoch, wie die Kosten für eine Anzeige in einer größeren Tageszeitung

Aha, deswegen sterben die Zeitungen wohl auch so langsam aus…

Infos über die GGS und ihr Studienangebot gibts hier:
GGS Homepage

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Heilbronn Business School ändert Name

Die Heilbronn Business School heisst ab sofort German Graduate School of Management and Law. Die Studenten wurden auf einem Vortrag am diesjährigen Faculty Day Ende Mai darüber informiert. Nun wurde die Namensänderung vorgestern auf einer Pressekonferenz präsentiert.

„Mit dem neuen Namen sollen unsere bestehenden nationalen und internationalen Aktivitäten in Forschung und Lehre bundesweit
besser sichtbar werden”, Prof. Dirk Zupancic, Managing Dean und CEO der GGS

Aus Sicht der GGS bieter der neue Name folgende Vorteile:

  • Der neue Name kennzeichnet bestens, wer wir sind und was wir heute tun bzw. zukünftig tun werden.
  • Gesteigerte Attraktivität für die Fakultät, Gastfakultät, Mitarbeiter, Studierende, andere Hochschulen und Unternehmen durch überregionale hochwertige Kennzeichnung.
  • Markenrechtliche Schutzfähigkeit.

Folgende Nachteile sind mit dem alten Namen “hbs” verbunden:

  • Durch starken Bezug zur Stadt Heilbronn, häufige Verwechselungen mit der Fachhochschule Heilbronn.
  • Bezeichnung „Business School“ wird mittlerweile inflationär genutzt.
  • Harvard Business School nutzt die gleiche Abkürzung.
  • Ältere Namensrechte an hbs als Gefahr.

Meiner Meinung nach ein guter Schritt in die richtige Richtung! Dass der Name nicht ganz passt wurde uns Studenten spätestens auf der Studienreise bewusst. Zudem weiss im Ausland keiner, wo denn Heilbronn nu wirklich liegt (das Problem hat man ja auch schon national ;) ). Mit dem Bekannterwerden der GGS (vormals HBS) wird wohl auch das markenrechtliche Thema ein Problem und so ist eine Namensänderung unvermeidbar.
Mit dem Namen ändert sich auch die Strategie und wir Studenten sind schon sehr gespannt auf die Auswirkungen, die sich durch die Neuausrichtung ergeben werden.

Links:
Pressemittelung “heilbronn business School mit neuem Namen” auf der Seite der GGS
Interview der Heilbronner Stimme mit Dirk Zupancic (Chief Executive Officer) und Tomás Bayón (Dekan)

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Innovation Management bei IDEO

Gestern haben wir bei 30° C einen sehr interessanten Fall bearbeitet: Die Case Study “IDEO Product Development ” von Stefan Thomke.
IDEO ist eine Design und Innovationsberatung mit Hauptsitz in Palo Alto (Silicon Valley) in Californien. Sie beschäftigt weltweit 550 Mitarbeiter und hat beispielsweise die erste Apple Computer Maus, eine ergonomische Zahnbürste und den Palm V entworfen (mehr bei Wikipedia). IDEO hat schon zahlreiche Preise eingeheimst. Die Firmenhistorie kann man in einer aufwendigen Flash Timeline bestaunen.

In der Case Study beschreibt der Autor die Vorgehensweise und Innovationsmethode von IDEO bei der Schaffung von neuen Produkten. Dazu gibts einen Beitrag von ABC News, der, wenn er auch schon ein wenig älter ist, doch zeigt unter welchen Arbeitsbedingungen Mitarbeiter optimal kreativ arbeiten. Im Beitrag sammelt das Team Ideen und Erfahrungen über die Nutzung von handelsüblichen Einkaufswägen, versucht diese entscheidend zu verbessern und erschafft am Ende einer Woche einen Prototypen:

IDEO: The Deep Dive Part I:

Links:
The Deep Dive Part II
The Deep Dive Part III
IDEO Product Delevlopment, Stefan Thomke

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USA Studienreise der heilbronn business school

Seit Oktober 2008 mache ich ein berufsbegleitendes MBA Studium an der heilbronn business school, was auch einer der Gründe ist, weswegen hier nicht mehr so viel steht…
Auf jeden Fall läuft das Studium komplett in englischer Sprache ab. Grund genug, die erste Studienreise in ein englisch sprachiges Land zu machen.
Im April war es dann so weit. 62 Teilnehmer machten sich auf die Reise von Frankfurt nach New York um in einer Woche möglichst viel Eindrücke aus New York, San Francisco und dem Silicon Valley aufzuschnappen. Die Reise Stand unter dem diesährigen hbs Motto “Human Capital” und führte uns zu Firmen wie Standard & Poors (NY), KPMG (NY), White & Case (NY), Barclays Global Investors (SF) und Electronic Arts (SF). Au߸erdem besuchten wir Vorlesungen an der San Francisco State University und an der Stanford University. Interessante Reden gabs von Personen wie Allan Blue (LinkedIN Gründer) und Thomas Neubert (www.vidyo.com).

Bilder der Reise finden sich hier.

Samstag 18. April: Abflug und Ankunft in New York

Abflug 13:15 ab Frankfurt, Ankuft 15:40 in New York am Newark Airport.
Nach einer Fahrt mit dem Yellow Cab durch den New Yorker Traffic, vor allem am Holland Tunnel kamen wir an unseren Domizil für die nächsten zwei Tage an: dem Hotel Park Central.
Taxifahrt dorthin waren um die 75$, also nicht gerade wenig, allerdings kommt man von Newark nicht so optimal nach Manhattan.
Abends schlenderten wir durch die Stra߸en auf der Suche nach was zum Essen – pizza to go ists dann geworden. Anschliessend liessen wir uns den Times Square und das Rockefeller Center nicht entgehen.

Sonntag 19. April: Tour durch den Financial District, Ground Zero, Times Square

Ab 10 Uhr machten wir uns auf den Weg zu einer Walking Tour durch den Financial District, speziell New York Stock Exchange und Ground Zero wurden genauer inspiziert. Ergreifend ist ein Besuch im 9/11 Museum – trotz der geringen Größe unbedingt zu empfehlen.
Die Fahrt mit einem Speedboat verbunden mit einem Sightseeing im Hafen schlug leider fehl, da wir den Startzeitpunkt leider knapp verfehlt haben..
Anschliessend führte uns unser Weg über das malerische Little Italy und Chinatown an den Times Square.
Abends erklommen wir mit Hilfe des Aufzugs das Observation Deck des Rockefeller Centers, von dem man einen phantastischen Blick auf Manhattan und den Central Park hat. Generell ist dies dem Empire State Building vorzuziehen, da am Rockefeller weniger los ist und da man den Central Park und das Empire State Building sehr gut sehen kann. Vom Empire State Builiding aus versperrt unter anderem das Rockefeller Center die Sicht auf den Central Park.
Zur Belohnung für die ganzen Kilometer und Höhenmeter speissten wir vorzüglich im Restaurant City Lobster.

Montag 20.April: Company Visit bei Standard & Poors, KPMG, White & Case

Die morgendliche Fahrt mit der New York Metro war im Berufsverkehr unspektakulärer als erwartet. Wirklich viel los war nicht. Man kann übrigens für 7,50$ einen ganzen Tag mit der Metro fahren (24 Stunden ab Kaufdatum).
Als erster Firmenbesuch stand die Rating Firma Standard & Poors auf dem Programm. Aus dem Riverview Room im 37. Stock von 55 Water Street hatte man einen herrlichen Blick auf Hudson & East River. Beth Ann Bovino,Volkswirtin bei S&P, hielt eine Rede zum Thema Financial Crisis. In Kürze: S&P ist nicht schuld an der Financial Crisis, das sind die anderen.
Anschliessend gings weiter in die 345 Park Avenue in NY zu KMPG. Nach einer kleinen Mahlzeit mit schöner Aussicht hielten zwei deutsch stämmige Partner einen Vortrag über die Arbeit von KMPG und die Auswirkungen der Financial Crisis, und das sie zum Teil sogar davon profitieren. Schuld an der Misere sind sie natürlich auch nicht, O-Ton „Maybe you should ask all thestandard’s and poors’s“…
Mit ein wenig Verspätung trafen wir bei der Anwaltskanzlei White & Case in der 1155 Avenue of Americas ein. Die beiden Vortragenden, unter denen sich auch ein Schotte befand, legten uns ihre Ansichten der von der amerikanischen Regierung ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Financial Crisis dar.
Anschliessend liefen wir bei typischem New Yorker Platzregen zur Grand Central Station ums selbige etwas genauer anzuschauen.
Das Abendessen war an diesem Tage schwer verdient, deswegen entschieden wir uns für leicht verdauliche Kost bei Hooters, viele Pincher Bier und schauten uns nebenher das Playoff NBA Spiel der Dallas Mavericks auf unzäghligen Fernsehern an.

Dienstag, 21. April Flug nach San Francisco und anschliessende Bike Tour

Am Dienstag war dann frühaufstehen angesagt, denn wir mussten pünktlich an JFK sein, damit wir auch alle den Domestic Flight nach San Francisco bekamen. Um 5 Uhr morgens für 62 Personen einen günstigen Flughafentransfer hinzubekommen ist übrigens nur möglich, in dem man sich 9 Stretch Limousinen für die Reisenden und 3 SUV’s für das Gepäck mietet.
Nach einem langweiligen Flug in einem gefühlt 30 Jahre alten Flieger der United Airlines kamen wir in San Francisco an. Dort dauerte der Pickup unserer Mietwagen für die ganze Gruppe ungefähr 2 Stunden. Das Warten hatte sich für unsere Gruppe allerdings gelohnt, denn wir fuhren ab sofort mit einem Chevrolet Tahoe, oder wie unser Professor sagte „Flugzeugträger“.
Nach dem Einchecken im schicken Hotel Metropolis, dass weder mit seiner Lage (Salvation Army vor der Türe) noch mit einer Klimaanlage punkten konnte, gingen wir auf Entdeckungstour.
Eine traditionelle Cable Car Fahrt brachte uns auf die andere Seite und in die Nähe von Pier 39, wo wir uns entschlossen Bikes bei Blazzing Saddles zu mieten. Bikes sind sehr zu empfehlen, wenn man San Francisco mal von einer anderen Seite sehen möchte. Man fährt gemütlich an der Strand Promenade entlang und hat genügend Zeit, die Architektur der Häuser zu bestaunen.
Auf der Golden Gate Bridge hat man auch keinen Streß sich mal umzuschauen. Vom Aussichtspunkt am Ende Bay hat man zudem einen herrlichen Ausblick über die Stadt.
Die Tour fand ihr Ende nach ca. 15 km im malerischen Sausalito, wo wir dann eine Fähre zurück zum Pier 39 bestiegen. Dankenderweise fährt die Fähre dicht und langsaman Alcatraz vorbei, womit unsere kleine Reisegruppe auch dieses Kulturgut bewundern konnte, wenn auch nur aus der Ferne.
Zum Abendessen kehrten wir in einem leckeren Seafood Italiener ein, bei dem ich mich im letzten Jahr schon gestärkt hatte.
Ab einer Gruppe von 6 Personen gibt es übrigens eine Service Charge von 18% auf die Gesamtkosten der Gruppe. Nachfragen ergaben, dass man so sicherstellen möchte, dass die Bedienungen genügend Trinkgeld erhalten. Ab 6 kann man also aufs Trinkgeld verzichten.

Mittwoch, 22. April: San Francisco State University und Company Visit bei Electronic Arts

Von 9.00 – 10.15 Uhr lauschten wir einem Vortrag von Prof. Dr. Baack zum Thema „Human Capital as an Innovative and Competitive Advantage in the San Francisco/Silicon Valley Context“ an der San Francisco State University. Der Vortrag war sehr aufschlusschreich und erschaffte uns einen tieferen Einblick in die Wirtschaftsregion „Bay Area“. Wäre die „Bay Area“ beispielsweise ein Staat, so wäre er die 4. größte Wirtschaftsmacht der Welt – impressive.

Von 10.30 bis 13.30 besuchten wir die Investment Gesellschaft Barclays Global Investors und folgten einem Vortrag von Mark Hoogs zum Thema „What Barclay’s does that’s unique vis-a-vis the industry“. Die Aufmachung der Großraumbüros und die Offenheit der Räume erinnerte mich stark an die Kultur bei web.de. Ebenfalls faszinierend fand ich milchigen Plexiglas Scheiben, die zum einen als State-of-the Art Architektur, zum anderen in ihrer Funktion als White Board beeindruckten. Solche Scheiben gabs übrigens in jedem Büro und Besprechungszimmer.

Mittagessen gabs in einem Shop namens „The Market“ in dem es, man höre und staune, frisch zubereitete Sandwiches und eine Salat Bar gab, an der man seinen eigenen Salat kreieren konnte – köstlich.

Am Nachmittag fuhren wir gemeinsam ins Herz des Silicon Valley zu Electronic Arts am 297-209 Redwood Shores Parkway in Redwood City, CA. Nach einer Führung über den Campus (der ich einen extra Blog Eintrag widmen werde) lauschten wir einer Rede von 2 Managern zum Thema „Human Capital Management at EA“. Natürlich ließ sich die Sims 3 Development Managerin nicht nehmen, ihr im Juni erscheinendes Produkt ausreichend zu bewerben. Der Besuch war für mich klar ein Highlight der Tour, aber mehr dazu in einem später erscheinenden Blog Eintrag.

Anschliesend fuhren wir Richtung SF Downtown zurück, allerdings nicht ohne uns ein klein wenig zu verirren, was aber mit einem Drive by des eindrucksvollen Oracle HQ geendet hat.

Die abendliche Freizeit nutzen wir für eine Shopping Tour in der SF Mall und kleineren Läden rund um Fishermans Warf. Nach dem verdienten Abendbrot clubbten wir noch ein wenig im noblen Hotelclub Redwood Room und einer kleinen Bar, die Vodka Martini ohne Martini ausschenkte.

Donnerstag, 23. April 2009: SF State Abschluss, Fahrt nach Palo Alto und Dinner im Stanford Faculty Club

Der morgen begann mit dem obligatorischen Starbucks Frühstück und einer weiteren lehrreichen Vorlesung von Prof. Dr. Baack zum Thema „Leading Organizations for Success in Human Capital-intensive industries“ am Downtown Campus der San Francisco State University. Abschliessend absolvierte ein Großteil der Studenten noch ein interessantes Management Spiel welches mit Domino Steinen, Poker Chips und einfachen Regeln häufig auftretene Konfliktsituatioen bei zielorientiertem Arbeiten darlegte.

Nach der Verabschiedung führen wir mit unserem Flugzeugträger quer durch SF zum Pacifik um von da aus die Fahrt über den Highway No 1 in den Süden anzutreten. Zwar schmeckte der Burger zur verspäteten Mittagszeit nicht so lecker, die Fahrt hat sich dann aber aufgrund der Landschaft und dem Urlaubsfeeling beim Strandspaziergang gelohnt.

Eine Stunde später checkten wir in unserem Hotel für die nächsten beiden Tage, dem Creekside Inn in Palo Alto, ein.
Um 17.30 trafen wir pünklich im Faculty Club der Stanford University ein um zu dinieren und einer Diner Speech von Thomas Neubert zu lauschen. Thomas ist der Chairman der GABA German American Business Association und konnte aufgrund seiner knapp 18 Jahre Silicon Valley unglaublich viele Geschichten erzählen. Vorher war er als amerikanischer Geschäftsführer für ELSA und eine eigene Firma tätig. Momentan arbeitet er als VP Sales für vidyo.com, wofür seine Kollegen und er in den letzten 5 Wochen 15 mio $ Venture Capital eingesackt haben, in der C Runde wohlgemerkt. Scheint also ein interessantes Projekt zu sein.
In seiner Rede drehte sich viel um Venture Capital und dem in Silicon Valley herrschenden Entrepreneur Spirit. Man bekommt wohl erst so richtig Respekt, wenn man mal mit 2,3 Firmen nicht erfolgreich war und trotzdem weiter macht. Man müsse sehr open-minded sein und darf auf keinen Fall versuchen, anderen seine Kultur aufzuzwängen. Networking ist ebenfalls sehr wichtig, weshalb er auch auf die Idee kam, mit anderen die GABA zu gründen.
Viele Leute von außerhalb glauben nun wohl, dass das Geld in Silicon Valley auf den Bäumen wachse, allerdings ist das ein Trugschluss, denn dahinter steckt knochenharte Arbeit.
Eine von 10 Firmen macht einen erfolgreichen Exit, der sich für die Venture Capitalists dann so richtig lohnt. Üblicherweise braucht ein Start-up 3 bis 4 Finanzierungsrunden, bevor so etwas möglich ist. Am Ende halten die Gründer dann noch ungefähr ¼ der Firma, was natürlich immer noch mehr als ausreichend ist, meinte er.
Arrogantes Verhalten der Gründer/Firma ist ein Fehler, der im Valley leider häufig vorkommt und selbst prominenten Firmen passiert (als Beispiel nannte er S3, SGI, Yahoo und 3dlabs)
Nach dem hoffentlich erfolgreichen Exit bei vidyo will er wieder was neues machen, was genauso „sexy“ ist. Außerdem betonte er, dass er sich gut vorstellen könnte, selbst im Rentenalter noch mit Start-ups Geschäfte zu machen.
Nach der Verabschiedung schnappten wir uns das Auto und fuhren in die Stadt zu Gorden Biersch – eine Brauerei welche von 2 Deutschen Auswanderern gegründet wurde. Das Bier war lecker, nur Zog es ziemlich aufgrund der übertriebenen Klimaanlageneinstellung. So schlenderten wir weiter zu einem Club, in dem es ziemlich heiß herging…

Freitag 24. April: Stanford University und LinkedIN Vortrag

Der Tag began mit einer eindrucksvollen Führung über den Campus der Stanford University. Man sieht, dass Geld hier fast keine Rolle spielt. Die Flächen und Sportstätten sind wirklich riesig und die Wohnanlagen der Studenten brauchen sich da auch nicht zu verstecken. Kein Wunder, bei einer Semester Gebühr von 40.000 $ für ein Bachelor Studium, falls man überhaupt angenommen wird. Denn dafür muss die Familie ihr Kind schon im frühen Alter vorbereiten, die Kids sollten eine ehrenamtliche Tätigkeit ausüben, ein Auslandssemester/praktikum vorweisen können und am besten noch eine Sportskanone sein. Es ist dabei nicht unüblich, dass ein CV Coach beim Tuning des Lebenslaufs helfend unter die Arme greift. Ist man erfolgreich, so hat man das Privileg an einer der Top Unis der Welt mit ungefähr 15.000 anderen Studenten gelehrt zu werden.

Vor dem Mittagessen im Faculty Club erwartete uns ein Vortrag von Allan Blue, einem der Mitgründer von LinkedIN. Für mich natürlich ein Highlight der besonderen Art. Er hielt eine Rede über die Entwicklung und den Aufbau von LinkedIN mit dem Aspekt Aufbau und Entwicklung von Human Capital. Mittlerweile hat linkedIN knapp 400 Mitarbeiter und hat seinen Firmensitz in unmittelbarer Nähe von google. Er meinte jedoch nicht, dass er in den nächsten 2 Jahren aussteigen kann, denn er ist damit noch lange nicht fertig…
LinkedIN verdient sein Geld zu ¼ durch Werbung, ¼ durch zahlende Premium User, ¼ durch spezielle Suchmaschinen für Job Vermittler Firmen und der Rest sind sonstige Einnahmen.

Nach einem leckeren Mittagsbuffet stellte Dr. Johnannes Ziegler seine Projekte vor. (Miaplaza.com, uvm.)

Den Abschluss des Stanford Besuchs bildete die Vorlesung von Prof. Dr. Powell zum Thema „Knowledge Networks in the Life Sciences: Lessons from the Bay Area and Boston Communities“. Hierbei ging es um die Entwicklung von „Clustern“ und Epizentren der Forschung von Biotech Firmen. Der Vortrag war sehr interessant und Prof. Dr. Powell gilt als Nobel Preis Anwärter der nächsten Jahre!

Den Abend nutzen wir für ausgiebiges Shopping in den Premium Outlets von Gilroy, welches ungefähr 50 Meilen entfernt war. Den Stau liessen wir links liegen und überholten unzählige stehende und schleichende Autos auf der Car Pool Lane.
Zum Abschluss der Klassiker: Besuch im Wallmart und Eindecken für die Zimmerparty am heutigen Abend veranstalteten.

Samstag 25. April: Google und Heimflug

Den nächsten Morgen nutzten noch zu einer kurzen Besichtigung des Google Firmengeländes, was schon sehr eindrucksvoll ist. Das Main Building lässt schon vermuten, dass hier die Keimzelle der Kreativität ist. Andere Gebäude rund um das Hauptgebäde sind eher trist gestaltet und haben einen weniger schönen Garten oder überhaupt keinen.

Anschliessend hiess es Abschied nehmen vom Flugzeugträger, einchecken und warten auf den langweiligen Heimflug. Doch halt, so langweilig war er dann doch nicht, denn wir lernten eine Californierin namens Shauna Hogan kennen, die dank ihrer Kommunikationsfähigkeit das halbe Flugzeug unterhielt. Als ehemalige Extrem Skierin im Hochalpinen Bereich hatte sie aber eine Menge Geschichten und Anekdoten zu erzählen….

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