Seit Oktober 2008 mache ich ein berufsbegleitendes MBA Studium an der heilbronn business school, was auch einer der Gründe ist, weswegen hier nicht mehr so viel steht…
Auf jeden Fall läuft das Studium komplett in englischer Sprache ab. Grund genug, die erste Studienreise in ein englisch sprachiges Land zu machen.
Im April war es dann so weit. 62 Teilnehmer machten sich auf die Reise von Frankfurt nach New York um in einer Woche möglichst viel Eindrücke aus New York, San Francisco und dem Silicon Valley aufzuschnappen. Die Reise Stand unter dem diesährigen hbs Motto “Human Capital” und führte uns zu Firmen wie Standard & Poors (NY), KPMG (NY), White & Case (NY), Barclays Global Investors (SF) und Electronic Arts (SF). Au߸erdem besuchten wir Vorlesungen an der San Francisco State University und an der Stanford University. Interessante Reden gabs von Personen wie Allan Blue (LinkedIN Gründer) und Thomas Neubert (www.vidyo.com).
Bilder der Reise finden sich hier.
Samstag 18. April: Abflug und Ankunft in New York
Abflug 13:15 ab Frankfurt, Ankuft 15:40 in New York am Newark Airport.
Nach einer Fahrt mit dem Yellow Cab durch den New Yorker Traffic, vor allem am Holland Tunnel kamen wir an unseren Domizil für die nächsten zwei Tage an: dem Hotel Park Central.
Taxifahrt dorthin waren um die 75$, also nicht gerade wenig, allerdings kommt man von Newark nicht so optimal nach Manhattan.
Abends schlenderten wir durch die Stra߸en auf der Suche nach was zum Essen – pizza to go ists dann geworden. Anschliessend liessen wir uns den Times Square und das Rockefeller Center nicht entgehen.
Sonntag 19. April: Tour durch den Financial District, Ground Zero, Times Square
Ab 10 Uhr machten wir uns auf den Weg zu einer Walking Tour durch den Financial District, speziell New York Stock Exchange und Ground Zero wurden genauer inspiziert. Ergreifend ist ein Besuch im 9/11 Museum – trotz der geringen Größe unbedingt zu empfehlen.
Die Fahrt mit einem Speedboat verbunden mit einem Sightseeing im Hafen schlug leider fehl, da wir den Startzeitpunkt leider knapp verfehlt haben..
Anschliessend führte uns unser Weg über das malerische Little Italy und Chinatown an den Times Square.
Abends erklommen wir mit Hilfe des Aufzugs das Observation Deck des Rockefeller Centers, von dem man einen phantastischen Blick auf Manhattan und den Central Park hat. Generell ist dies dem Empire State Building vorzuziehen, da am Rockefeller weniger los ist und da man den Central Park und das Empire State Building sehr gut sehen kann. Vom Empire State Builiding aus versperrt unter anderem das Rockefeller Center die Sicht auf den Central Park.
Zur Belohnung für die ganzen Kilometer und Höhenmeter speissten wir vorzüglich im Restaurant City Lobster.
Montag 20.April: Company Visit bei Standard & Poors, KPMG, White & Case
Die morgendliche Fahrt mit der New York Metro war im Berufsverkehr unspektakulärer als erwartet. Wirklich viel los war nicht. Man kann übrigens für 7,50$ einen ganzen Tag mit der Metro fahren (24 Stunden ab Kaufdatum).
Als erster Firmenbesuch stand die Rating Firma Standard & Poors auf dem Programm. Aus dem Riverview Room im 37. Stock von 55 Water Street hatte man einen herrlichen Blick auf Hudson & East River. Beth Ann Bovino,Volkswirtin bei S&P, hielt eine Rede zum Thema Financial Crisis. In Kürze: S&P ist nicht schuld an der Financial Crisis, das sind die anderen.
Anschliessend gings weiter in die 345 Park Avenue in NY zu KMPG. Nach einer kleinen Mahlzeit mit schöner Aussicht hielten zwei deutsch stämmige Partner einen Vortrag über die Arbeit von KMPG und die Auswirkungen der Financial Crisis, und das sie zum Teil sogar davon profitieren. Schuld an der Misere sind sie natürlich auch nicht, O-Ton „Maybe you should ask all thestandard’s and poors’s“…
Mit ein wenig Verspätung trafen wir bei der Anwaltskanzlei White & Case in der 1155 Avenue of Americas ein. Die beiden Vortragenden, unter denen sich auch ein Schotte befand, legten uns ihre Ansichten der von der amerikanischen Regierung ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Financial Crisis dar.
Anschliessend liefen wir bei typischem New Yorker Platzregen zur Grand Central Station ums selbige etwas genauer anzuschauen.
Das Abendessen war an diesem Tage schwer verdient, deswegen entschieden wir uns für leicht verdauliche Kost bei Hooters, viele Pincher Bier und schauten uns nebenher das Playoff NBA Spiel der Dallas Mavericks auf unzäghligen Fernsehern an.
Dienstag, 21. April Flug nach San Francisco und anschliessende Bike Tour
Am Dienstag war dann frühaufstehen angesagt, denn wir mussten pünktlich an JFK sein, damit wir auch alle den Domestic Flight nach San Francisco bekamen. Um 5 Uhr morgens für 62 Personen einen günstigen Flughafentransfer hinzubekommen ist übrigens nur möglich, in dem man sich 9 Stretch Limousinen für die Reisenden und 3 SUV’s für das Gepäck mietet.
Nach einem langweiligen Flug in einem gefühlt 30 Jahre alten Flieger der United Airlines kamen wir in San Francisco an. Dort dauerte der Pickup unserer Mietwagen für die ganze Gruppe ungefähr 2 Stunden. Das Warten hatte sich für unsere Gruppe allerdings gelohnt, denn wir fuhren ab sofort mit einem Chevrolet Tahoe, oder wie unser Professor sagte „Flugzeugträger“.
Nach dem Einchecken im schicken Hotel Metropolis, dass weder mit seiner Lage (Salvation Army vor der Türe) noch mit einer Klimaanlage punkten konnte, gingen wir auf Entdeckungstour.
Eine traditionelle Cable Car Fahrt brachte uns auf die andere Seite und in die Nähe von Pier 39, wo wir uns entschlossen Bikes bei Blazzing Saddles zu mieten. Bikes sind sehr zu empfehlen, wenn man San Francisco mal von einer anderen Seite sehen möchte. Man fährt gemütlich an der Strand Promenade entlang und hat genügend Zeit, die Architektur der Häuser zu bestaunen.
Auf der Golden Gate Bridge hat man auch keinen Streß sich mal umzuschauen. Vom Aussichtspunkt am Ende Bay hat man zudem einen herrlichen Ausblick über die Stadt.
Die Tour fand ihr Ende nach ca. 15 km im malerischen Sausalito, wo wir dann eine Fähre zurück zum Pier 39 bestiegen. Dankenderweise fährt die Fähre dicht und langsaman Alcatraz vorbei, womit unsere kleine Reisegruppe auch dieses Kulturgut bewundern konnte, wenn auch nur aus der Ferne.
Zum Abendessen kehrten wir in einem leckeren Seafood Italiener ein, bei dem ich mich im letzten Jahr schon gestärkt hatte.
Ab einer Gruppe von 6 Personen gibt es übrigens eine Service Charge von 18% auf die Gesamtkosten der Gruppe. Nachfragen ergaben, dass man so sicherstellen möchte, dass die Bedienungen genügend Trinkgeld erhalten. Ab 6 kann man also aufs Trinkgeld verzichten.
Mittwoch, 22. April: San Francisco State University und Company Visit bei Electronic Arts
Von 9.00 – 10.15 Uhr lauschten wir einem Vortrag von Prof. Dr. Baack zum Thema „Human Capital as an Innovative and Competitive Advantage in the San Francisco/Silicon Valley Context“ an der San Francisco State University. Der Vortrag war sehr aufschlusschreich und erschaffte uns einen tieferen Einblick in die Wirtschaftsregion „Bay Area“. Wäre die „Bay Area“ beispielsweise ein Staat, so wäre er die 4. größte Wirtschaftsmacht der Welt – impressive.
Von 10.30 bis 13.30 besuchten wir die Investment Gesellschaft Barclays Global Investors und folgten einem Vortrag von Mark Hoogs zum Thema „What Barclay’s does that’s unique vis-a-vis the industry“. Die Aufmachung der Großraumbüros und die Offenheit der Räume erinnerte mich stark an die Kultur bei web.de. Ebenfalls faszinierend fand ich milchigen Plexiglas Scheiben, die zum einen als State-of-the Art Architektur, zum anderen in ihrer Funktion als White Board beeindruckten. Solche Scheiben gabs übrigens in jedem Büro und Besprechungszimmer.
Mittagessen gabs in einem Shop namens „The Market“ in dem es, man höre und staune, frisch zubereitete Sandwiches und eine Salat Bar gab, an der man seinen eigenen Salat kreieren konnte – köstlich.
Am Nachmittag fuhren wir gemeinsam ins Herz des Silicon Valley zu Electronic Arts am 297-209 Redwood Shores Parkway in Redwood City, CA. Nach einer Führung über den Campus (der ich einen extra Blog Eintrag widmen werde) lauschten wir einer Rede von 2 Managern zum Thema „Human Capital Management at EA“. Natürlich ließ sich die Sims 3 Development Managerin nicht nehmen, ihr im Juni erscheinendes Produkt ausreichend zu bewerben. Der Besuch war für mich klar ein Highlight der Tour, aber mehr dazu in einem später erscheinenden Blog Eintrag.
Anschliesend fuhren wir Richtung SF Downtown zurück, allerdings nicht ohne uns ein klein wenig zu verirren, was aber mit einem Drive by des eindrucksvollen Oracle HQ geendet hat.
Die abendliche Freizeit nutzen wir für eine Shopping Tour in der SF Mall und kleineren Läden rund um Fishermans Warf. Nach dem verdienten Abendbrot clubbten wir noch ein wenig im noblen Hotelclub Redwood Room und einer kleinen Bar, die Vodka Martini ohne Martini ausschenkte.
Donnerstag, 23. April 2009: SF State Abschluss, Fahrt nach Palo Alto und Dinner im Stanford Faculty Club
Der morgen begann mit dem obligatorischen Starbucks Frühstück und einer weiteren lehrreichen Vorlesung von Prof. Dr. Baack zum Thema „Leading Organizations for Success in Human Capital-intensive industries“ am Downtown Campus der San Francisco State University. Abschliessend absolvierte ein Großteil der Studenten noch ein interessantes Management Spiel welches mit Domino Steinen, Poker Chips und einfachen Regeln häufig auftretene Konfliktsituatioen bei zielorientiertem Arbeiten darlegte.
Nach der Verabschiedung führen wir mit unserem Flugzeugträger quer durch SF zum Pacifik um von da aus die Fahrt über den Highway No 1 in den Süden anzutreten. Zwar schmeckte der Burger zur verspäteten Mittagszeit nicht so lecker, die Fahrt hat sich dann aber aufgrund der Landschaft und dem Urlaubsfeeling beim Strandspaziergang gelohnt.
Eine Stunde später checkten wir in unserem Hotel für die nächsten beiden Tage, dem Creekside Inn in Palo Alto, ein.
Um 17.30 trafen wir pünklich im Faculty Club der Stanford University ein um zu dinieren und einer Diner Speech von Thomas Neubert zu lauschen. Thomas ist der Chairman der GABA German American Business Association und konnte aufgrund seiner knapp 18 Jahre Silicon Valley unglaublich viele Geschichten erzählen. Vorher war er als amerikanischer Geschäftsführer für ELSA und eine eigene Firma tätig. Momentan arbeitet er als VP Sales für vidyo.com, wofür seine Kollegen und er in den letzten 5 Wochen 15 mio $ Venture Capital eingesackt haben, in der C Runde wohlgemerkt. Scheint also ein interessantes Projekt zu sein.
In seiner Rede drehte sich viel um Venture Capital und dem in Silicon Valley herrschenden Entrepreneur Spirit. Man bekommt wohl erst so richtig Respekt, wenn man mal mit 2,3 Firmen nicht erfolgreich war und trotzdem weiter macht. Man müsse sehr open-minded sein und darf auf keinen Fall versuchen, anderen seine Kultur aufzuzwängen. Networking ist ebenfalls sehr wichtig, weshalb er auch auf die Idee kam, mit anderen die GABA zu gründen.
Viele Leute von außerhalb glauben nun wohl, dass das Geld in Silicon Valley auf den Bäumen wachse, allerdings ist das ein Trugschluss, denn dahinter steckt knochenharte Arbeit.
Eine von 10 Firmen macht einen erfolgreichen Exit, der sich für die Venture Capitalists dann so richtig lohnt. Üblicherweise braucht ein Start-up 3 bis 4 Finanzierungsrunden, bevor so etwas möglich ist. Am Ende halten die Gründer dann noch ungefähr ¼ der Firma, was natürlich immer noch mehr als ausreichend ist, meinte er.
Arrogantes Verhalten der Gründer/Firma ist ein Fehler, der im Valley leider häufig vorkommt und selbst prominenten Firmen passiert (als Beispiel nannte er S3, SGI, Yahoo und 3dlabs)
Nach dem hoffentlich erfolgreichen Exit bei vidyo will er wieder was neues machen, was genauso „sexy“ ist. Außerdem betonte er, dass er sich gut vorstellen könnte, selbst im Rentenalter noch mit Start-ups Geschäfte zu machen.
Nach der Verabschiedung schnappten wir uns das Auto und fuhren in die Stadt zu Gorden Biersch – eine Brauerei welche von 2 Deutschen Auswanderern gegründet wurde. Das Bier war lecker, nur Zog es ziemlich aufgrund der übertriebenen Klimaanlageneinstellung. So schlenderten wir weiter zu einem Club, in dem es ziemlich heiß herging…
Freitag 24. April: Stanford University und LinkedIN Vortrag
Der Tag began mit einer eindrucksvollen Führung über den Campus der Stanford University. Man sieht, dass Geld hier fast keine Rolle spielt. Die Flächen und Sportstätten sind wirklich riesig und die Wohnanlagen der Studenten brauchen sich da auch nicht zu verstecken. Kein Wunder, bei einer Semester Gebühr von 40.000 $ für ein Bachelor Studium, falls man überhaupt angenommen wird. Denn dafür muss die Familie ihr Kind schon im frühen Alter vorbereiten, die Kids sollten eine ehrenamtliche Tätigkeit ausüben, ein Auslandssemester/praktikum vorweisen können und am besten noch eine Sportskanone sein. Es ist dabei nicht unüblich, dass ein CV Coach beim Tuning des Lebenslaufs helfend unter die Arme greift. Ist man erfolgreich, so hat man das Privileg an einer der Top Unis der Welt mit ungefähr 15.000 anderen Studenten gelehrt zu werden.
Vor dem Mittagessen im Faculty Club erwartete uns ein Vortrag von Allan Blue, einem der Mitgründer von LinkedIN. Für mich natürlich ein Highlight der besonderen Art. Er hielt eine Rede über die Entwicklung und den Aufbau von LinkedIN mit dem Aspekt Aufbau und Entwicklung von Human Capital. Mittlerweile hat linkedIN knapp 400 Mitarbeiter und hat seinen Firmensitz in unmittelbarer Nähe von google. Er meinte jedoch nicht, dass er in den nächsten 2 Jahren aussteigen kann, denn er ist damit noch lange nicht fertig…
LinkedIN verdient sein Geld zu ¼ durch Werbung, ¼ durch zahlende Premium User, ¼ durch spezielle Suchmaschinen für Job Vermittler Firmen und der Rest sind sonstige Einnahmen.
Nach einem leckeren Mittagsbuffet stellte Dr. Johnannes Ziegler seine Projekte vor. (Miaplaza.com, uvm.)
Den Abschluss des Stanford Besuchs bildete die Vorlesung von Prof. Dr. Powell zum Thema „Knowledge Networks in the Life Sciences: Lessons from the Bay Area and Boston Communities“. Hierbei ging es um die Entwicklung von „Clustern“ und Epizentren der Forschung von Biotech Firmen. Der Vortrag war sehr interessant und Prof. Dr. Powell gilt als Nobel Preis Anwärter der nächsten Jahre!
Den Abend nutzen wir für ausgiebiges Shopping in den Premium Outlets von Gilroy, welches ungefähr 50 Meilen entfernt war. Den Stau liessen wir links liegen und überholten unzählige stehende und schleichende Autos auf der Car Pool Lane.
Zum Abschluss der Klassiker: Besuch im Wallmart und Eindecken für die Zimmerparty am heutigen Abend veranstalteten.
Samstag 25. April: Google und Heimflug
Den nächsten Morgen nutzten noch zu einer kurzen Besichtigung des Google Firmengeländes, was schon sehr eindrucksvoll ist. Das Main Building lässt schon vermuten, dass hier die Keimzelle der Kreativität ist. Andere Gebäude rund um das Hauptgebäde sind eher trist gestaltet und haben einen weniger schönen Garten oder überhaupt keinen.
Anschliessend hiess es Abschied nehmen vom Flugzeugträger, einchecken und warten auf den langweiligen Heimflug. Doch halt, so langweilig war er dann doch nicht, denn wir lernten eine Californierin namens Shauna Hogan kennen, die dank ihrer Kommunikationsfähigkeit das halbe Flugzeug unterhielt. Als ehemalige Extrem Skierin im Hochalpinen Bereich hatte sie aber eine Menge Geschichten und Anekdoten zu erzählen….
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