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Lasst euch nicht entmutigen – Macht einfach!

Im Jahr 2009 erzählte unser alter Freund Michael uns von einer Geschäftsidee, welche er mit einem Studienkollegen hatte: Einen Online-Marktplatz für private Angebote zur einfachen Vermittlung von Kunden (Bsp.: Touristen). Wir sponnen die Geschichte weiter und nannten die Idee city-guru.com.

Das Konzept:

Auf City-Guru.com können Touristen auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Touren und Aktivitäten einfach finden und buchen. Der zeitintensive und häufig unbefriedigende Marathon durch namhafte Suchmaschinen kann dadurch vermieden werden. City-Guru.com fungiert hier als Informations-Plattform und tritt als Vermittler für die angebotenen Touren auf.
Anbieter, sogenannte “City-Gurus” können auf der Online-Plattform ihre Touren, Ausflüge und Aktivitäten anpreisen. Von der Kutschfahrt über den Besuch eines Spezialitätenrestaurants, vom Club-Besuch bis zur Nachtwächtertour kann hier alles Mögliche dabei sein. „City-Gurus“ können jeder Bevölkerungsschicht entstammen: Rentner, Studenten, Hausfrauen oder Freiberufler, die – gegen einen angemessenen Obolus – anderen “ihre” Stadt nahe bringen möchten.
City-Guru.com bedeutet: keine aufwändige, teure Einrichtung und Pflege einer eigenen Webseite, Suchmaschinenoptimierung oder weitere Marketingaktivitäten.
Stattdessen können “City-Gurus” ihre Angebote einfach platzieren und erhalten zusätzlich ein ehrliches Kundenfeedback, welches wiederum Neukunden anzieht.

Beim Abschluss der Buchung erfolgt die Bezahlung über City-Guru.com und wird erst nach erfolgreich absolvierter Tour ausgezahlt, wobei eine Provision einbehalten wird.
Um die Qualität der Angebote abschätzen zu können haben Touristen die Möglichkeit, im Nachhinein die gebuchten Dienstleistungen zu bewerten und weiterzuempfehlen. „City-Gurus“ haben dadurch den Anreiz, möglichst viele positive Bewertungen zu bekommen um weitere Umsätze zu generieren.

Mit diesem oder einem stark ähnlichen Text haben wir uns Anfang 2010 bei Team-Europe Ventures beworben. Die Antwort von Pawel Chudzinski, einem Partner bei Team-Europe (Oder nun Point-Nine Capital), war schlicht und einfach:

Hi, vielen Dank. Ist die Seite kaputt oder noch nicht live?

Wir naiv wir damals waren, denn wir hatten keinen Prototypen. Es existierte nur eine (wenn auch schon einigermaßen ausgereifte) Idee, eine kleine Marktanalyse, und etwas mehr – aber eben kein Produkt. Und irgendwie fehlte uns damals die Zeit, Geld und oder Ressourcen (Hier einfach noch weitere Ausreden einfügen).
Zudem haben wir uns entmutigen lassen, denn wir waren unter anderem auch beim Rhein-Neckar Technology Venture Day 2010 vorstellig und haben uns mit einem OnePager beworben.
Hier das Feedback der Juroren, bei denen ich mich heute teilweise frage, ob Sie den Text überhaupt komplett gelesen haben:

Feedback zu Ihrem OnePager // Rhein-Neckar Technology Venture Day 2010

Das Feedback kann sich in manchen Fällen widersprechen, das liegt eben an den unterschiedlichen Meinungen der Jury.
Angegeben ist auch der durchschnittlich gegebene Punktewert von 0 (schlecht) bis 10 (sehr gut). Eingeladen wurden Bewerber mit einem Durchschnitt besser als 6,8 Punkte.

- Ihr Punktedurchschnitt beträgt: 4,4 Punkte.

- Auszüge aus den Kommentaren der Jury zu Ihrem OnePager:

Nicht wirklich für einen richtigen VC geeignet. Exist beantragen würde viel helfen. |

- Tourismus interessanter Markt | – Team gut | – 1. Schritt nicht VC, erst Prototyp und dann BA

- interessantes Konzept | – Erfahrung | – Monetarisierung?

Die Idee finde ich sehr gut und es gibt soetwas ja bereits in einigen Städten (nur nicht die Plattfoprm dazu)… Wer muss eigentlich für die Nutzung bezahlen und wieviel…

Schöne Idee mit Potential und geeignetem Team. Unklar bleibt, wie das Portal Einnahmen generieren soll – nur Werbung wird nicht genügen, …

Naja, jedenfalls hat sich das Projekt dann auch mangels fehlender Entwicklerpower im Sand verlaufen. Und wir haben selbst nicht 100% daran geglaubt und uns entmutigen lassen – Durch uns selbst und durch Kritik von Außen.
Natürlich war die Idee auch damals nicht neu, denn es gab beispielsweise schon getyourguide oder auch die aus die aus der Schweiz stammenden Kollegen von viator, aber wir fanden die von den beiden damals eingeschlagene Richtung einfach zu kompliziert und unpersönlich.

Umso mehr freue ich mich heute über das überaus positive Feedback, welches das Berliner Startup gidsy erhält. Die haben das genauso umgesetzt (Nein – mit Sicherheit noch viel schöner und einfacher), wie wir uns das vor 2 Jahren vorgestellt haben.
Der Zuspruch ist toll, eine erste Finanzierung steht, und auch der halb-Berliner Ashton Kutcher macht vor Gidsy nicht halt.

Was bleibt für uns übrig? Ich jedenfalls freue mich, dass wir damals nicht so ganz falsch lagen und wünsche dem Team von Gidsy viel Erfolg und Spaß bei der Arbeit. Auch werde ich Ende Mai nach Berlin fliegen und vorher eine Aktivität über Gidsy buchen (sofern sie noch verfügbar ist :) ).

An alle anderen und an uns selbst: Lasst euch von nichts und niemandem entmutigen – Macht einfach, was Ihr für richtig haltet.

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