Nach der unvergesslichen Studienreise in die USA im letzten Jahr bot die GGS in diesem Jahr auch wieder eine Studienreise an.
Die Reise unter dem Motto “China – Business Relations and Beyond” führte über 75 Teilnehmer in die chinesischen Metropolen Peking, Shenyang und Shanghai und war wie auch im Jahr zuvor gespickt mit Vorlesungen, Firmenbesuchen und zahlreichen anderen kulturellen Höhepunkten, unter anderem einem Besuch der Weltaustellung Expo in Shanghai am Ende des Trips. Die Reise fand schon Mitte Mai statt, aber ich kam aufgrund von Zeitmangel erst jetzt dazu, den Bericht mal ins Reine zu schreiben und hier zu veröffentlichen.
Diejenigen, die nur die Bilder anschauen möchten, werden hier fündig.
Montag, 03. Mai 2010: Abflug von Frankfurt
Ein großer Teil der Reisegruppe (ca.60 Personen) nahm die von der GGS angebotene “Verlängerung” zu Beginn des Trips an und machte sich deshalb bereits am Montag nach Beijing auf, um vor der eigentlichen Studienreise noch die Highlights von Beijing zu erforschen. Wem der Name Bejing fremd vorkommt, damit ist Peking gemeint, denn Peking sagt man nur im Ausland. In China heisst das Beijing.
So flogen wir von Frankfurt aus mit der Lufthansa (LH 720) um 17.20 nach Beijing. Der Flieger war ein alter Jumbo ohne In-Seat Entertainment (ja sowas gibts noch bei der LH), aber ich kam endlich dazu den empfehlenswerten Film “Blind Side” mit Sandra Bullock anzuschauen.
Schlaf gabs wenig, denn die “Dunkelzeit” auf einem solchen Flug ist doch eher kurz.
Dienstag, 04. Mai 2010: Ankunft in Beijing
Um ungefähr 8.30 Ortszeit kamen wir am geräumigen Flughafen von Bejing an und wurden noch vor der Passkontrolle auf erhöhte Körpertemperatur geprüft. Der Transfer unseres Gepäcks erfolgte in Mini Vans, wir selbst wurden von 2 Reisebussen abgeholt, welche wohl nicht genug Stauraum für unser Gepäck hatten. Aufgrund des problematischen Verkehrs dauerte die Reise in die Innenstadt dann doch ein wenig und so waren wir sehr erleichtert, als wir endlich im Hotel River View Beijing ankamen (Bild).
Nach dem Bezug der Zimmer verabredete sich die kleine Splittergruppe unseres Kurses mba08lds zu einem kleinen Spaziergang im Viertel. Das Hotel lag direkt am Liangma River. Wir vertraten uns etwas die Füße, um unsere Müdigkeit ein wenig zu bekämpfen. In der Nähe des Hotels befanden sich außerdem einige Botschaften, unter anderem die der BRD, von Schweden und von Kanda.
Der erste Geldautomat war schnell gefunden (wurde von 2 Securities bewacht) und im nahegelegenen Supermarkt deckten wir uns sehr günstig mit Getränken ein. Ein Coke kostete 2 RMB (Renminbi Yuan), was zu diesem Zeitpunkt ca. 0,23€ entsprach.
Nebenan entdeckten wir ein unscheinbares Restaurant welches einen Mittagstisch anbot. Zufälligerweise betraten kurz vor uns 3 Europäer, die sich dann als Mitarbeiter der deutschen Botschaft entpuppten, das Lokal. Diese halfen uns natürlich prompt beim Bestellvorgang und so wurden wir 6 für günstige 95 RMB (~11 Euro] doch sehr satt.
Anschliessend gings zurück zum Treffpunkt am Hotel und auf zur ersten Stadtrundfahrt.
Die erste Station machten wir am Jingshan Park, einem künstlichen Kohlehügel, und hatten von dort aus einen schönen Ausblick auf die im Smog liegende Stadt und auf den Eingangsbereich der Verbotenen Stadt selbst. Die Fahrt ging weiter zum Platz des himmlischen Friedens (Tian’anmen place). Beim Eingang angekommen wurden ersmal die Taschen auf der Suche nach Waffen und Sprengstoffen durchleuchtet. Der Platz selbst ist einfach nur gigantisch groß. Am Hauptteil stehen zur Zeit zwei riesige TV Leinwände, auf denen das Land sich selbst beweiräuchert. Zudem verkehren auf dem Platz viele Fotografen mit Instant Print Ausrüstung und wollen erstklassige Shots von einem machen.Das Ende des Platzes bietet den Blick auf den mit einem Mao Bild geschmückten Eingangsbereich zur Verbotenen Stadt. Auf dem Platz selbst ist eine hohe Militärpräsenz und man wir ständig von zig Kameras überwacht.
Im Anschluss daran schauten wir uns noch den Beginn der Einkaufsstraße an bevor uns der Bus zurück ins Hotel brachte. Wie man auf diesem Foto sieht, steht man in China auch auf beflaggte Dächer.
Zum Abendessen waren wir mit Lisa verabredet, welche uns in ein formidables koreanisches BBQ Restaurant unweit des Olympia Geländes einlud (DANKE!). Die Grills waren hier im Tisch versenkt und wir wurden standesgemäß in einem abgetrennten Raum von einem Angestellten begrillt. Bei der Schnaps Bestellung haben wir uns allerdings übernommen, denn den bekommt man nicht im Glas, sondern gleich in der 2 Liter Flasche.
Abschliessend bestaunten wir noch das Olympiagelände selbst und stiefelten über den geräumigen Boulevard und schauten uns das Vogelnest, Water Cube und den TV Tower von außen an, bevor dann endgültig das Licht ausging und wir zurück ins Hotel fuhren.
Danke nochmal an Lisa für den unvergesslichen Abend!
Mittwoch 5. Mai 2010: Summer Palace, Verbotene Stadt und Peking Ente
Am nächsten Morgen stürmten wir erstmal das Frühstücksbuffet des Hotels – allerdings nur im Schichtbetrieb, da der Frühstücksraum nicht dafür ausgelegt ist, dass 60 Personen gleichzeitig frühstücken. Der Kaffee war aus dem letzten Jahrhundert, dafür war das frisch gemachte Omlette sehr lecker.
Im Anschluss an die Stärkung fuhr unsere Splittergruppe dankenderweise mit der Reisegruppe und deren Busse (wir hatten die Tour nicht aus Deutschland dazugebucht) zum Imperial Sommer Palace (UNESCO Weltkuturerbe, Bild).
Die Erkundung des Parks auf eigene Faust war sehr entspannt, auch wenn wir vielleicht die eine oder andere Insider Geschichte der Guides verpasst haben. Der Park leider leider fast komplett im Dunst und konnte seine wahre Pracht nur selten entfalten. Dafür entstanden dann hier und da malerische Fotos.
Mit einem Boot überquerten wir dann den See. Hier konnte man es damals definitv aushalten. Einige Schulklassen waren an diesem Tag auch auf dem Gelände unterwegs.
Mit einem Taxi Abzocker fuhren wir dann von dort aus zur verbotenen Stadt. Eine sehr imposante Anlage, für deren Detailerkundung man sicherlich einen ganzen Tag einplanen kann.
Nach dem kulturellen Teil stärkten wir uns erstmal beim nahegelegenen Starbucks und chillten ein wenig auf dessen Dachterasse. In der Einkauffstraße wurden dann die ersten Souvenirs gekauft, natürlich edle Esstäbchen und auch welche mit dem entsprechenden Tierkreiszeichen für das Geburtsjahr.
Thomas kaufte zudem viele örtliche Leckereien bei den Straßenverkäufern und wur durften alle probieren ![]()
Abends fuhren wir mit Taxen zu einem populären Restaurant welches sich auf Peking Ente spezialisiert hat: Das Beijing Da Dong Peking Duck Restaurant. Trotz Reservierung mussten wir erstmal im Eingangsbereich warten, was aber kein Problem war, denn zusätzlich zu den ganzen Bildern und Unterschriften prominenter Gäste konnte man dort schon kostenlosen Wein und andere Getränke genießen. Die Ente selbst wurde unweit des Tisches zubreitet und war wirklich sehr lecker. Wir machten allerdings den Fehler, Reis zu bestellen, denn erst später erfuhren wir, dass “Reis ja nur die Armen essen”.
Zum Abschluss des Abends rockten wir das VICS, einen eher gehobenen Club in Beijing. Getränkepreise waren hier auf jeden Fall auf europäischem Niveau, auch die Vodkaflaschen. Zudem wimmelte es von Securities, die einen höflich baten, seine Getränke nicht über das Geländer des 1. Stockes zu halten, denn es könnte ja nach unten fallen. In Deutschland hätte kein einziger Club das Geld für solches Personal, von daher war es mal eine neue Erfahrung. Auch der Getränkedienst schenkte aus unserer Flasche ständig unsere Gläser nach, was man auch nicht gewohnt ist.
Donnerstag 6. Mai 2010: Mauerwanderung von Jinshanling nach Simatai
An diesem Tag bereute doch so mancher die kurze Nacht und den Alkoholkonsum des “Vortages”. Nach einer Busfahrt von ca. 100km erreichten wir den Mauerbereich bei Jinshanling, verliessen die Busse und machten uns auf die 10 km Strecke nach Simatai.
Kurz nach Erreichen der Mauer gab es schon die erste Verletzte, die dann auch nicht weiterwandern konnte. Das verzögerte die Wanderung etwas und zog das ganze Feld weit auseinander. Die Wanderung stellte sich bei den Temperaturen schnell als sportichen Event, für manche sogar als Gewaltmarsch heraus.
Die Gegend darum ist unbeschreiblich und die Mauer selbst ist sehr beeindruckend! In keiner Richtung kann man das Ende ausmachen…Die Tour kann man nur empfehlen, man sollte aber die 10km Tour nicht unterschätzen und dafür 4-5 Stunden Zeit einplanen, wenn nicht sogar mehr. Anfangs war die Mauer noch in gutem Zustand, manche Teile waren dann später komplett zerfallen und bestanden teilweise nur noch aus Geröll. Die steilen Auf und Abstiege verbunden dem brennenden Planeten machten das Ganze dann nicht gerade leuchter.
Am Ende waren dann alle froh, als wir die Hängebrücke erreichten, welche uns zum letzten Abschnitt brachte. Viele gönnten sich zur Belohnung eine Fahrt mit der sicherlich nicht TÜV geprüften Seilbahn, die zwar kurz aber trotzdem spaßig war.
Cindy hat zudem die teuersten Essstäbchen der Welt erstanden, da sie auf den steilen Abschnittenvon einer hilfsbereiten Chinesin gestätzt wurde, welcher sie als Dank dann ein paar Stäbchen abkaufte. Damit untersützte sie sicherlich die Dame und ihre 20 köpfige Familie für den Rest des Monats
Nach der Rückfahrt ins Hotel entschieden wir uns für ein lokales Hotpot Restaurant (Bild), welches uns von einem Kommilitonnen empfohlen wurde. Der Taxifahrer, der wie in China scheinbar üblich kein englisch verstand, musste dann auch erst zweimal mit dem Restaurant Rücksprache halten, um das angepeilte Ziel zu finden. Übrigens empfiehlt es sich bei Taxifahrten, sich das Fahrtziel vom Hotelpersonal auf Englisch und Chinesisch auf eine Karte schreiben zu lassen, am Besten noch mit Telefonnummer.
Von den Angestellten im Restaurant sprach ebenfalls keiner Englisch, was uns aber erstmal nicht abschrecken konnte. Thomas wurde von den Angestellten in die Küche geführt, da man wohl dachte, er könne das mit dem Fingerzeug bestellen. Schlussendlich musste wieder unsere China Connection Lisa einspringen, welche ursprünglich nur die Bestellung übers Telefon hätte machen können, sich dann aber kurzerhand noch entschloss, bei uns vorbeizuschaun.
Am Ende bezahlten wir dann günstige 20€ für eine mehr als üppige Mahlzeit .
Zum Ende des Abends gönnten wir uns noch eine 1,5 Stunden andauernde Fußreflexzonen Massage, damit sich die Zonen nach der Wanderung auch wieder entspannen konnten
Freitag, 7. Mai 2010: Weiterflug nach Shenyang, BMW Brilliance
Nach dem Checkout fuhren wir zurück zum Flughafen und trafen dort den 15 köpfigen Rest der Reisegruppe, der gerade erst aus Deutschland angereist war. Mit Air China flogen wir weiter nach Shenyang.
Nach der Ankunft wurden wir dort erstmal von einem GGS Banner begrüßt – Eindrucksvoll!
Die Hinfahrt zum Hotel in der Stadtmitte gestaltete sich diesmal etwas schwieriger. Scheinbar war die Autobahn aufgrund der Ankuft eines Parteifunktionärs gesperrt. Sind dann durch die etwas dreckive Vorstadt gefahren, aber solche Flecken gibt’s in China eben auch.
Zwei sehr nette chinesiche Studeninnen begleiteten unseren Bus uns brachten uns ihre Heimat näher. Sie waren sehr witzig und sangen uns auch das eine oder andere Lied. Und übrigens, “Taiwan is ours, ah, Mongolia, too… ![]()
Um ungefähr 15 Uhr sind wir dann bei BMW Brilliance angekommen, dem chinesischen Joint Venture von BMW und Brilliance. Die knappe Betriebsbesichtigung, durchgeführt im schicken Blaumann, hat uns verwöhnte Autobauer natürlich nicht so vom Hocker gerissen. Da wir in 2 Gruppen aufgeteilt wurden die jeweils andere Gruppe immer eine Zeitlang warten. Eine Firmenpräsentation gabs leider ebensowenig. In China ist eben noch lange nicht alles perfekt.
Nach dem Abschluss des BMW Brilliance Besuchs brachten uns die Busse in unser Hotel für Shenyang, dem schicken Traders Hotel Shenyang.
Bei der Ankunft gönnten uns aber erstmal – ganz business mässig – ein lokales Bier in der Lobby hatten wir uns schliesslich verdient.
Am Abend dinnierten wir im Ballsall des Hotels – glücklicherweise gesellten sich unsere beiden local guides an unseren Tisch und erklärten uns jede Platte auf dem Tisch bis ins Detail. Natürlich hätten sie sich manches sparen können, aber es dennoch sehr lecker. Auch hier machten wir allerdings wieder den Fehler Reis zu bestellen.
Den Rest des Abends verbrachten wir im Club 97 bei diversen Cocktails und Bier. Auffällig waren dort einige scheinbar Neureichen Einheimischen, die auf ihrem Platz wohl eine Essensschlacht durchgeführt haben. Dazu kam noch ein einheimisches Päärchen, welches sich eine Flasche Jacky mitsamt Cola, 2 Cocktails und eine Batterie Bier als Sichtschutz bestellte, davon aber kaum was anrührte, zahlte und wieder verschwand.
Samstag, 8. Mai 2010: University Day in Shenyang
Nachdem Frühstück erfolgte sogleich der Transfer zur Shenyang Normal University (Bild). Nach der lustigen Inszenierung eines Welcome Fotos mit uns, der Belegschaft und vielen (ausgwählten?) Studentinnen wurden wir bei einer zweisprachig moderierten Welcome Speech des Präsidenten der Universität in der doch sehr großen Aula begrüßt.
Wir saßen jeweils im Publikum immer abwechselnd mit chinesischen Studenten, so dass ein reger Austausch stattfand. Einige Studenten nutzten unsere Anwesentheit auch, um kritischere Fragen zu stellen – beispielsweise der “Google und Zensur” Thematik in China – diese wurden nur sporadisch beantwortet. Meine Nebensitzerin war beispielsweise der Meinung, dass sich Google auf Geheiß seiner Regierung aus dem chinesischen Markt zurückzieht, da ja Toyota, als in China prodzudierender Automobilhersteller, bei seinen Autos Mist gebaut hat (Getriebe Rückrufaktion) und das nun die darauffolgende Retourkutsche wäre. Sie meinte auch, dass Google ja eh vom Staat gelenkt wird. Meine Versuche die Situation ein wenig aufzuklären waren leider sinnlos.
Auf die Begrüßung folgten Speeches zu den Themen “Doing Business in China: Regulatary Framework” und “Renewable Energies”.
Anschliessend führte man uns über den Campus der Uni und wir durften uns in der Bibliothek ein wenig genauer umschauen. Darunter fanden sich auch Bücher, die scheinbar von Reisenden vergessen wurden. Anders kann ich mir dieses Star Tek Buch im Schrank einer Uni nicht erklären. Englisch sprachige Management Bücher befanden sich allerdings in einem verschlossenen Schrank….
Zum Abschluss lauschten wir einem weiteren Vortrag zum Thema: “Business Development in the Province Liaoning”. Wr erfuhren hier beispielsweise, was man mit den Fördergelder der Regierung und aus Europa so alles anstellt und welche Projekte man in der Zukunft plant.
Zum späten Nachmittag fuhren wir in ein größeres Lokal zum Campus Dinner mit Musik und Karaoke Einlagen der Studenten. Die Studenten konnten richtig gut singen und boten englischsprachige Klassiker auf hohem re-re Call Niveau dar! Wir mussten uns natürlich revanchieren und ein Teil unserer Gruppe traute sich tatsächlich “Country roads” zu trällern – Hut ab! ![]()
Nach all den Anstrengungen gönnten wir uns dann eine Massage, die diesmal etwas Umfagreicher ausfiel. Das Ganze war sehr lustig, da uns dort keiner verstand und wir auch niemanden. Zudem wurde ich (Maschine) von der einzigen Frau (klein & zierlich) massiert, was für sie sichtlich sehr anstrengend war und trotz der Sprachbarriere für alle anderen Anwesenden im Raum sehr lustig war…
Sonntag, 9. Mai 2010: Shenyang City Tour
Am Morgen des Sonntags fuhren wir mit den local Guides in die Stadt für eine Besichtigung einer Tempelanlage und der örtlichen verbotenen Stadt.
Vor der Fabrikbesichtigung der Holiland Cake Factory stärkten wir uns beim Barbeque auf der der Adventure-Pferde Ranch des Gründers der Holiland Cake Factory. Die Toiletten waren natürlich auch auf Adventure Standard. Das Essen war sehr lecker und wenns nicht so kalt + windig gewesen wäre, dann hätten wir es dort sicherlich noch länger ausgehalten.
Anschliessend gings zur Fabrikbesichtigung von Holiland. Hier wohnen die Arbeiter auf dem Fabrikgelände, nächtigen in Stockbetten und haben zum Freizeitausgleich ein paar heruntergekommene Sportgeräte – mehr nicht. Das hat dann doch eher die Vorstellungen vom ländlicheren China erfüllt. In der Fabrik selbst war leider nicht viel los, da die dort hergestellten Saisonprodukte zu der Zeit eben keine Season hattan. Vieles läuft allerdings noch manuell und die meiste Arbeiterkonzentration gabs in der Verpackungsabteilung.
Nach der Führung hielt der General Manager eine Präsentation auf chinesisch, selbstverständlich auch mit chinesischen Folien. Unsere Begleiterin übersetzte das Ganze dann, aber das half leider trotzdem wenig.
Zum Abschluss erhielten wir noch ein Geschenk, welches wir am 16.06.2010 kochen und essen sollen.
Auf der Rückfahrt zum Hotel gabs eine tränenreiche Verabschiedung unserer Guides, die uns mit selbstgebastelten Origami Geschenken überraschten.
Im Hotel selbst holten wir noch Zurückgelassene, Kranke und unser Gepäck ab und machten uns auf zum Flughafen. Da wir schon sehr spät dran waren, entschied sich der Busfahrer zu teils James Bond mässigen Überholmanövern und Gewegsüberquerungen, um uns noch rechzeitig abzuliefern – Taxi, Taxi!
Der 2 stündige Abendflug nach Shanghai (China Eastern Airlies MU 5604) verging wie im Flug und der Transfer zum etwas ausserhalb gelegenen Radisson Hotel (sehr schick) verlief ohne Probleme.
Da Eric und ich ein schwarzes Loch im Bauch hatten, bestellten wir uns erstmal eine Pizza beim Zimmerservice. Dauerte dann leider nur ne Stunde, bis die auch endlich fertig gebacken war
Montag, 10. Mai 2010: Tongji University
Nach dem sehr guten Frühstück um 9 Uhr im Hotel fuhren wir zum Siping Campus der Tongji University.
Dort wurden wir von Prof. Dr. Max v. Zedwitz (Harvard Prof) begrüßt und er präsentierte uns die Herausforderung von “Managing Innovation in China”
Anschliessend hielt Prof. Dr. Weijun Zhang einen Vortrag zu dem für viele interessanten Thema “Managing IP in China”. Bei zweiterem Vortrag sorgte der Umstand für Erheiterung, dass ein Windows Popup mit der Meldung “You are using an unauthorized copy of Windows” den Vortrag unterbrach…. ![]()
Nach einem kleinen Mittagessen wurden wir von chinesischen Studenten über den schicken Campus geführt. Da wir nur kleine Gruppe mit ca. 5-6 Personen waren herrschte ein reger Austausch. Unsere Gruppe war für unseren weiblichen und weltoffenen Guide besonders interessant, da Sie seit 2 Jahren französisch lernt und sich unter uns 2 waschechte Franzosen befanden.
Im Anschluss an die Campus Tour war unser Tongji Besuch auch leider schon zu Ende und die Busse brachen zum 1 stündigen Transfer zum Siemens Medical Park.
Leider hat dort jemand Mist gebaut und man war auf unseren Besuch nicht vorbereitet. Dementsprechend spärlich viel dann die Führung über den Campus und die Produktvorstellung aus, für die wir vorher in zwei Gruppen aufgeteilt wurden.
Danach hat der Marketing Chef – ein Expat aus Deutschland – das Ruder jedoch noch rumgerissen und einen sehr offenen, improvisierten und lehrreichen Vortrag gehalten. Er versuchte jede Frage zu beantworten und verheimlichte uns erzählte uns auch von den täglichen beruflichen und privaten Herausforderungen. Auch interessant war die Geschichte, wie seine Tochter in China auf die Welt kam und dass man dort beispielweise Krankenhausgebühren für eine Geburt bezahlt – je mehr, desto besser ist die Behandlung und das Umfeld im Hospital.
Um ungefähr 18 Uhr gings mit den Bussen zurück in die Innensadt ins Restaurant “South Beauty” im 10. Stock eines Einkaufscenters. Es verwöhnte uns zunächst mit einem grandiosen Blick auf den Huangpu Fluss und den Bund von Shanghai (Bild).
Bevor wir zum Essen greifen durchten, folgten alle der sehr interessanten Dinner Speech von Carl Cheng (Bild), einem Partner der Freshfields Bruckhaus Deringer international operierender Anwaltskanzlei welche Firmen bei ihrem Versuch, eine Tochter ode Geschäft in China zu eröffnen unterstützt und berät.
Der offizielle Teil des Tages war nun abgeschlossen und unsere kleine Reisegruppe machte sich auf zum Shanghai World Financial Center. Genauer gesagt in dessen 97. Stock, wo sich die Hotelbar des dortigen Hyatt Hotels befand. Bei Livemusik und einer grandiose Aussicht über die Stadt gepaart mit ein paar leckeren Cocktails zu europäischen Preise liessen wir den Tag entspannt ausklingen, bevor wir uns auf einen letzten Abstecher im Blue Frog aufmachten.
Dienstag, 11. Mai 2010: Shanghai City Tour und EXPO Abendbesuch
Der Morgen begann um 9 Uhr mit einer entspannten Stadtbesichtigung in Shanghai. Er erste Halt war eine Tempelanlage mitten in der Stadt. Hier wurde auch noch gebetet und man lies sich dort von den Touristen und Gaffern nicht stören.
Der Yu-Garden ist eine Parkanlage mitten in der Stadt, in der eine untypische Ruhe herrscht. Zudem kann man den Übergang von Altertum und Moderne betrachten.
Nach einer kleinen Shoppingrunde (IPhone Fake Bild) trafen wir uns zum Mittagessen mit Julia Günsten von Baden-Württemberg International in Nanjing. BWI unterstüzt KMUs aus BW, welche in China Geschäfte machen wollen. Das reicht von einem Büro und 1/3 Arbeitskräften bis zur Vermittlung von Lagerhallen und Fabriken. Der Vortrag war sehr interessant!
Für den Nachmittag mussten wir uns Aufgrund der Größe unserer Gruppe in zwei Splittergruppen teilen:
Gruppe 1 ging zu VW, Gruppe 2 machte sich zu Kolbenschmidt Shanghai Pistons auf.
Aufgrund familierer Verbundenheit und privatem Interesse entschied ich mich für die Kolbenschmidt Besichtigung.
Der dortige General Manager und sein deutscher Produktionsleiter führten uns in einer Firmenpräsentation eindrucksvolle Zahlen zur Produktion und der hohen Qualität vor (manche Produkte produziert man hier auch in einer besseren Qualität als in Deutschland). Die einzige automatische Produktionsanlage ist scheinbar nur ein Prestige Objekt – Geld verdient man nur mit den manuellen Anlagen (In der Giesserei wird auch noch händisch gegossen). Wir durften durch die komplette Produktion lauffen und der General Manager beantwortete offen und ehrlich alle Fragen die wir hatten, wie beispielsweise nach dem Verdienst und der reelen Arbeitszeit seiner Mitarbeiter.
Vor über 10 Jahren bekam KS das Land vom chinesischen Staat und muss das nun räumen, d.h. die Firma zieht bald in ein neues Gebäude außerhalb um – muss sie auch, da sie sich Aufgrund der hohen inländischen Nachfrage mehr als verdoppelt.
Wieder zurück im Hotel machten wir uns frisch für den EXPO Abend. Am großen Eingansbereich wurden wir abermals durchleuchtet – ging aber sehr schnell, da wir fast alleine dort waren. Auf dem Gelände stärkten wir uns erstmal mit semi-westlichem Essen und Bier am australischen Pavillon und gönnten ein paar Donuts.
Nach einer kleinen Wartezeit von ca 15. Minuten besuchten wir den grandioser Pavillon der Vereinigten Arabischen Emirate. Sehr eindrucksvoll und schön präsentierte man hier die Geschichte und Historie der VAE (Vom Perlentaucher zum Öl Multi (Ich muss da mal hin! ). Der Pavillon von Nepal war dagegen nicht halb so spektakülär und machte auch irgendwie einen halbfertigen Eindruck. Beim anschliessenden Spaziergang über den EXPO Boulevard erhaschten wir die ersten Blicke auf die schön beleuchteten euroäpäischen Pavillons (Polen, Spanien, Deutschland, Monaco, Serbien), die leider schon zum Großteil geschlossen waren. Nach einem weiteren Bier gepaart mit Live Musik am australischen Pavillon war der Abend Besuch auch schon zu Ende.
Ein Teil verabschiedete sich ins Hotel, wir machten uns zur Bar Rouge auf. Die Bar war zum Großteil von internatinalen Gästen bevölkert und wir hatten viel Spaß und feierten mit einem superben Ausblick auf die Skyline von Shanghai.
Mittwoch, 12. Mai 2010: EXPO und Abschied Teil 1
Der Großteil unserer Reisegruppe fliegt heute abend schon in die Heimat – unsere kleine Gruppe und einige Anderen hatten jedoch beschlossen, noch einen weiteren Tag in der Metropole Shanghai zu verbingen. Deshalb schliefen wir das erste mal ein wenig länger, da wir beschlossen hatten etwas später zur EXPO zu gehen, da wir keine Lust auf den “geplanten Termin” im chinesischen Pavillon hatten. Die Erholung war auch bitter nötig, denn Körper und Geist hatten in den letzten Tagen doch sehr viel Anstrengungen über sich ergehen lassen. Nach einem gediegenen Frühstück badeteten wir im Hotel Pool und weckten anschliessend einen Nachzügler, den wir in Bademäntel vermummt erschreckten. Der Arme war so fertig, dass er dachte es wäre noch am Morgen
.
Auf der EXPO angekommen hatten wir gleich Glück und warteten am kanadischen Pavillon nur 15 Minuten am Einlassbereich. Der Pavillon selbst war genial und wir führten auch ein längeres Gespräch mit einem kanadischen Pavillon Guide, der froh war endlich mal mehr als ein paar Broken englisch zu sprechen. Er ist die komplette Zeit der Expo vor Ort, mit 60 anderen Kollegen und Kolleginen. Natürlich liessen wir es uns nicht entgehen, auf den E-Bikes zu kurbeln – je schneller man kurbelte, desto schneller lief der Film vor einem ab. Auch die Licht und Wasserspiele waren sehr imposant. Der Mounty, sicherlich eines der am meisten fotografierten Motive auf der EXPO, freute sich, dass ihn jemand auf französisch begrüsste und lächtelte auf unserem Bild umso mehr.
Am deutschen Pavillon war selbst die Wartezeit für Rollstuhlfahrer bei 2,5 Stunden, über die Wartezeit in der normalen Schlange konnte man uns keine Auskunft mehr geben. Auch die Erwähnung unseres deutschen Reisepasses half beim Standpersonal leider nicht weiter ![]()
Bei den USA war auch ein großer Andrang – Nachfragen beim Standpersonal, welches das Interieur noch nicht gesehen hat und zudem meinte, es würde sich sicherlich nicht lohnen überzeugten uns schliesslich, weiter zu ziehen.
So entschlossen wir uns, noch einige andere und weniger frequentierte Pavillons zu besuchen anstatt den Tag mit Warten zu verbingen: Wir schauten uns den Africa Pavvilon, den von Argentienen, Brasilien und die Halle der Karibikstaaten an.
Als Fazit der EXPO kann man nur sagen: Beeindruckend, was die Staaten dort so auf die Beine Stellen: zumindest die, die es sich leisten können. Negativ erwähnen möchte ich die “EXPO Reisepässe”, die man auf dem Gelände bekommen kann. An jedem Pavillon Ausgang konnte man sich diese Abstempeln lassen, als Beweis wieviele und welche “Staaten” man alle besucht hat. Das artet teilweise leider derart aus, dass man sich gar nicht für den Pavillon und die eigentliche Ausstellung interessiert. Besonders deutlich wurde das in den Pavillons, in denen man verschiedene Zellen durchläuft, ein Video für alle läuft und man erstmal warten muss, bevor der Ausgang in den nächsten Bereich geöffnet wird. Hier waren viele Besucher dann doch genervt, da sich eigentlich nur den “Stempel” im Pass haben wollten….Gabs sowas in Hannover damals auch? Ich hoffe nicht, denn das zerstört irgendwie den Sinn und Zweck einer solchen Ausstellung.
Gegen Abend verabschiedeten wir den Rest der Gruppe am Jin Mao Tower (Bild). Mit Daniel und Eric machte ich mich auf zur gegenwärtig höchsten Aussichtsplattform der Welt, dem Sky Walk des Shanghai World Financial Center in dessen 100. Stock in 474 Metern Höhe.
Im Boden der Aussichsplattform befinden sich Glasplatten bei deren Überquerung ich ein sehr mulmiges Gefühl in der Magengegend hatte. Der kleine Ausflug hat sich sehr gelohnt, denn die Aussicht auf die Stadt ist unbeschreiblich und atemberaubend (Beweisfoto gibts hier und da).
Ein Taxi brachte uns anschliessend auf die andere Seite und wir schlenderten am Bund entlang und schossen ein paar geniale Fotos der Skyline von Shanghai. Fürs letzte Abendessen gönnten wir uns was richtig exklusives, einer Mahlzeit in dem Restaurant M on the Bund. Das Restaurant befindet sich im gleichen Gebäude wie auch die Bar Rouge, die Adresse ist Bund 18, 1 Zhangshan Dong Yi Road.
Nach ein paar Absackern in der Bar Rouge fuhren wir zurück ins Hotel.
Donnerstag, 13. Mai 2010: letzter Tag in der Stadt, Transrapidfahrt bei 431 km/h
Der letzte Tag began mit einem gemütlichen Frühstück der Restgruppe. Unser Gepäck liessen wir im Hotel, dennoch wurde es vom Portier bei Abnahme nach Sprengstoffen und anderem durchsucht – zu Expo Zeiten ist man vorsichtig. Mit der neuen U Bahn Linie fuhren wir zum Peoples Square und trafen Stefan, einen weiteren Aufenthaltsverlängerer
. Wir schlenderten gemütlich durch die Stadt und ihre Gassen, schossen ein paar total crazy pics und machten uns auf dem Weg zum französischen Viertel.
Die merkwürdigste Mahlzeit erhielten wir dann schliesslich am letzten Tag. Die Bedienung konnte einigermaßen englisch und kam aus ihrem Dauergrinsen nicht mehr heraus. Zuerst meinte sie, unsere Mahlzeit dauert 20-25 Minuten, nach 5 Minuten brachte sie dann aber schon für jeden etwas essbares. Ob es das war, was wir bestellt hatten, konnten wir nicht identifizieren – klarer kulinarischer Tiefpunkt der Reise.
Im Anschluss schlenderten wir durch kleine Gassen und schauten uns diverse Kriechtiere und Schlangen an, die man an Verkaufsständen erwerben konnte. Der Kontrast zwischen mittelalterlichen Schreinereien und Wäschereien neben modernen Autoverleihern war auch interessant.
Mit der UBahn fuhren wir weiter zum Transrapid Terminal. Wir hätten zwar auch abends damit zum Flughafen fahren können, allerdings fährt die Magnetschwebebahn Shanghai Maglev Train abends und morgens “nur” 300 km/h. Nur zu gewissen Zeiten tagsüber erreicht sie ihre Spitzengeschwindigkeit von 431 km/h und das wollten wir uns dann nicht entgehen lassen. Die Fahrt zum 30km Flughafen Pudong dauert dann etwas über 7 Minuten, wobei die Höchstgeschwindigkeit von 431 km/h nur knapp eine Minute gehalten wird.
Nach der Rückfahrt vom Flughafen zur Haltestelle machten wir uns auf zurück zum Hotel. Nach einer erfrischenden Dusche aßen wir noch eine Kleinigkeit im Hotel, bevor wir von einem Transferbus zum Flughafen gebracht wurden.
Der Flug mit LH 727 von Shanghai Pudong nach München war entspannt und bot ein gutes Entertainment Programm. Am frühen Freitag morgen erreichten wir München und hatten och etwas Aufenthalt, bevor es mit LH1364 zurück nach Stuttgart ging. Dank der Wartezeit und Cindy kenne ich nun die Geschichte hinter I’m fucking Matt Damon
. Und da wir es so wollten, gings dann Freitag mittag gleich mit der Vorlesung weiter…
Fazit: Auch wenn eine solche Reise kräfteraubend und alles andere als erholsam ist, so lohnt sie sich doch immer wieder. Es war nicht wie erwartet und ganz anders als die Reise im letzten Jahr in die Staaten aber dennoch eine sehr eindrucksvolle Studienreise mit vielen Einblicken in die chinesische Kultur und Wirtschaft.

Die Heilbronn Business School heisst ab sofort German Graduate School of Management and Law. Die Studenten wurden auf einem Vortrag am diesjährigen Faculty Day Ende Mai darüber informiert. Nun wurde die Namensänderung vorgestern auf einer Pressekonferenz präsentiert.