Snoop Dogg und P.Diddy Konzert in Stuttgart

Jo, am 15. März diesen Jahres traten die beiden Raptitanen bei einem gemeinsamen Konzert in der Schleyerhalle in Stuttgart auf.
Vorgruppe war der 16-jährige Jibbs.
So, da ich mich vollkommen der Meinung von Fabian anschliesse gibts dessen Bericht im erweiterten Eintrag zu lesen….

Bilder von dem Spaß gibts in der Bilder Section auf bumsdiekuh.net

Am 15. März war es so weit: Snoop Dogg und P. Diddy gaben sich in der Stuttgarter Schleyerhalle die Ehre – und ich mitten drin.
Ein ehemaliger Kollege war so nett und hat für mich eine Karte mit besorgt und gleich noch ein Dutzend Freunde mit gebracht – so war gute Stimmung schon am Hauptbahnhof vorprogrammiert. Die ersten Frotzeleien wurden getauscht und dann ging es schon runter zur S-Bahn Richtung Stadion.

Unten angekommen fühlten wir uns dann auch gar nicht mehr allein – da warteten einige in zu großen T-Shirts und zu langen Hosen mit uns auf die S1. Einer sprach uns dann auch recht bald an, ob wir nicht eine Karte übrig hätten – was ein Zufall! Haben wir tatsächlich.

Ein wenig Hin und Her und der junge Mann war sich nicht sicher, ob er die gefälschte Karte kaufen sollte – Andy! Was hast du mir da angedreht?!
Tja… der Deal war also schneller geplatzt als besprochen, aber wer mit G-Unit-Shirt zu Snoop Dogg geht, will vielleicht nicht wirklich rein? Und Geld hatte er auch nicht dabei – ob er die Karte geschenkt wollte?

Wenige Minuten später befinden wir uns auf dem Marsch von der S-Bahn zur Halle und es duftet schon ganz süßlich.

Obwohl wir erst gegen 19:40 am Eingang waren, hatten wir keine Probleme ordentliche Plätze zu finden – die Stehplätze waren wohl nur zur Hälfte verkauft worden und Einlass war auch nicht schon vor einer halben Stunde, sondern erst jetzt.

Die Bühne war ein Doppeldecker mit drei Beamern – je einer für die Leinwände rechts und links – und einer für den zentralen Bühnenbereich. Bevor es los ging, durften wir uns 20 Minuten lang die Werbung für Diddies Parfüm ansehen – ich sag nur: “Power”, “Sex”, “Passion” ;-)

Den Namen der Vorgruppe konnte ich nicht verstehen, sie haben aber soliden HipHop abgeliefert, auch eine Coverversion performt, bei der man mitgehen konnte. Eine junge Dame wurde eher widerwillig auf die Bühne geholt und durfte das Bling-Bling des Frontsängers anlegen. Doch zu früh gefreut – die Belohnung musste sie wieder abgeben – ich vermute immer noch, dass es sich um die versilberte Fernbedienung des heimischen 40″-Flatscreens handelt…

Dann Licht an, Massen zum Bierausschank (ja… auch die Heilbronner waren mit knapp einem Pitcher pro Kopf dabei) und gespanntes Warten.
Auf dem von einer Leinwand versperrten obere Bühnenbereich winkt ein Typ – Pfeifen, Kreischen und der Zweifel: war es Diddy oder nicht?! Licht aus, Massen still, vor mir das Leuchten dutzender Handies in Habt-Acht-Stellung – die Bild-Leserreporter sind scheinbar für jeden Skandal bereit.
Die Musik dudelt uns nun entgegen und die Kleidung schwingt beim Bass mit, das Stakkato steigert sich immer weiter, bis die Erlösung in Form von Diddy erscheint. Der Manager unter den Gangstern zeigt sich in Stimmung und versucht die Menge mit zu reißen. Nach dem ersten Song jubelt es in der Halle und der DJ wirft die nächste Scheibe ein.

“Stop the music!” – Verwirrung, japp, das war Diddy. Er schaut sich um, schirmt seine Augen mit der Rechten gegen den
Scheinwerfer (und sieht dank Sonnenbrille sicher nicht mehr als zuvor) und ruft in Richtung linker Tribüne “You’re on a Snoop Dogg and P. Diddy concert, you paid a lot of money. Get up from your seats and PARTY!”

Als die erhoffte Reaktion erst mal ausbleibt, holt sich Diddy Hilfe aus dem Publikum: “Who of you knows English and German?” – klar meine Hand geht hoch, aber wozu eigentlich – ich stehe so weit hinten… Noch scherze ich mit meinem Nachbarn, dass es wohl schwer werden könnte in Stuttgart jemanden zu finden, der DEUTSCH kann, da darf auch schon ein junger Bursche in Achselshirt auf die Bühne. Ja… Volltreffer. Der junge Mann könnte direkt aus Untertürkheim oder vom Raitelsberg stammen (japp Vorurteil… schon klar). Aber cool für ihn, er darf für Diddy den Dollmetscher spielen, auf der Bühne hocken und macht seinen Job gar
nicht schlecht.

Jedenfalls erklärt er den Damen und Herren auf der Tribüne noch mal, dass sie ihren Körper von den Plastikschalen heben und mit uns feiern sollen. Ob die Leute einfach wieder Musik wollen, oder eingesehen haben, dass Stehplätze doch cooler gewesen wären… sie stehen jedenfalls auf.

Also weiter im Programm mit einigen neueren Songs von P. Diddy – lustig wird es wieder, als er die Halle in einzelne Seiten unterteilt und jede Seite bekommt ihren Song zum Mitsingen. Erst kommt ein Diskoklassiker für die linke Seite, dann eine Runde HipHop für die rechte Seite – wir in der Mitte dürfen dann zu einem Meilenstein der Rapgeschichte ab gehen.

Etwa eine halbe Stunde hält er uns konstant im Rythmus, schafft aber keinen eigenen Überflieger. Als das Licht aus geht, singt die Heilbronner Bande eine “Snoop Dogg”-Hymne und ich stimme gern, laut und munter ein. Man behält Recht – der Großmeister betritt die Bühne in einem blauen… tja… Strampelanzug. Der Einteiler fasziniert mich einen Moment, ehe mich die Musik voll in ihren Bann zieht.

Nach dem ersten Song begrüßt er uns und fragt “Who in here likes to have sex?”- Hände hoch, schreien. “And… who in here likes to make luuuuv?” – mehr Hände hoch, lauter schreien. “And who likes to FUCK?” – hat da noch einer die Hand unten? “Yeah… me too.”
Die Fronten sind also geklärt und er bringt einen Song über das Thema. Als Pornoproduzent hat man sicherlich eine besondere Beziehung zu solchen Sachen.

Snoop animiert die Leute mit zu gehen und zeigt uns, wie man die Hände richtig im Takt hin und her bewegt – mit dem Mittelfinger ausgefahren natürlich! Im Hintergrund und manchmal auch im Scheinwerferlicht tummelt sich neben den offenherzigen Animerdamen auch Snoops ewiger Begleiter mit grauem Haar – der Mann ist nicht nur offensichtlich völlig breit, er hat der Vorgruppe auch diese silberne Fernbedienung geklaut – echte Gangster eben.

Snoop rockt die Massen schon deutlicher als Diddy. Als dieser dann nach 30 Minuten wieder abklatscht, hole ich mir erst mal was zu trinken – Andy begleitet mich mit drei leeren Pitchern in der Hand – ob er das allein war?

Wieder in der Halle merke ich, dass ich nix verpasst habe – Diddy scheint die Massen nicht so richtig in Schwung zu bringen. Als er dann aber anfängt alte Lieder aus seiner Pop-Zeit zu performen, geht es schon besser.

Trotzdem bin ich froh, als sich Snoop mit ihm auf die Bühne stellt. Da sie keine gemeinsamen Songs haben, wechseln sich die Beiden jetzt von einem Song zum Anderen ab.
Jetzt kommen die Leute um mich herum auch richtig in Fahrt und ich frage mich, wo ich diese blöden Trinkbecher hinwerfen kann – ich will doch beide Arme im Takt hochreißen und passend zum Rest meines Körpers schwingen.

Auf der Bühne werden jetzt die toten Helden gefeiert – ein Peace-Zeichen von Allen für Tupac, ein Schreien für B.I.G und einen Gruß an Bobby Brown. Als Diddy dann sein “I’ll be missing you” nicht nur diesen Drei, sondern jedem widmet, den man verloren hat, wird auch mir warm ums Herz – wer hat noch keinen lieben Menschen verloren?
Wirklich gute Stimmung in dem Moment – nicht nur die Feuerzeuge sollen wir in die Luft recken, sondern auch unsere Cell Phones heben – da können heutzutage wirklich Alle mitleuchten.
Die Damen und Herren auf der Bühne machen es übrigens vor – ich bin aber zu weit weg um zu sehen, welches Betreibenlogo da flammt ;-)

Diddy und Snoop spielen dann aber auch ein wenig mit dem Publikum – jeder von Beiden sucht sich eine Seite aus und dann dürfen wir den Anderen zu einem fetzigen Song den Stinkefinger zeigen und rufen “There’s a party over here, fuck you over there!”.

Die Posershow auf dem Bühne finde ich nur witzig, als Diddy dann aber fragt: “What’s my name?” ist die Antwort für alle klar: “Snoop Doggy, Do-owww-ohhhh-oggg” – und diesen großen Hit trällert selbiger dann auch.
Eigentlich braucht er den Refrain gar nicht singen, das erledigen wir für ihn – auch ich beteilige mich mit ganzer, schiefer und
angeschlagener Stimmgewalt daran. Wirklich geil!

Doch die Überraschung ist, wie schnell die Jungs dann von der Bühne sind. Von Rechts höre ich noch ein paar Halbherzige “Zugabe, Zugabe!”, von Links tönt es noch mal “Snoop, Snoop, Snoop”, wie sie es uns beigebracht haben, doch das Publikum will scheinbar heim.
Ich bin nicht einverstanden, aber die Stars haben wohl verstanden und schicken lieber jemanden um die Mädels für die After-Show-Party zu sammeln. Auf der anderen Seite der Bühne kommen auch schon ein paar kräftige Typen und fangen an, die Bühne abzubauen.

Von der letzten Note zu diesem Status ist keine Minute vergangen. Komisch.
Die Heimfahrt wird noch mal lustig, als der deutlich höhere Alkoholspiegel zuschlägt und diverse Sprüche von Einem zum Anderen
fliegen. Am Bahnhof verabschiede ich mich von der Truppe und gehe seelig heim.

Tja… Snoop und Diddy in Stuttgart war sicher ein solides und spaßiges Konzert, das aber mit einigen Schwächen zu kämpfen hatte. Ein paar mehr Leute mit Stehplätzen hätten sicher etwas für die Atmosphäre getan, ein paar mehr Fans der alten Songs wäre für die Jungs auf der Bühne auch schön gewesen. Letztlich haben sich die 50 Euro aber auf jeden Fall gelohnt und ich schaue mich schon um, wer sich demnächst die Ehre gibt…

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